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Jüdische Renaissance in der Burg zu Buda: Synagogenweihe zu Rosh Hashanah

Jüdische Renaissance in der Burg zu Buda: Synagogenweihe zu Rosh Hashanah
Marianne Látki

Seit vielen Jahren diente das jüdische Bethaus in der Budaer Táncsics Mihály utca 26 ’nur’ als Museum. Die Wurzeln des Judentums in Ungarn, im Besonderen im Budaer Burgviertel, reichen allerdings bis ins Mittelalter. Das restaurierte Bethaus wurde am 6. September als Synagoge geweiht. (Foto: Szilárd Koszticsák/MTI)

Nach dem Tatarensturm 1241-1242 gründete König Béla IV. die Stadt Buda. Sein Privilegienbrief anno 1252 regelte die Rechte, Freiheiten der ansässigen Juden, ihr Verhältnis mit der christlichen Bevölkerung, was auf dem Territorium des Königreiches Ungarn im ganzen Mittelalter gültig blieb. Ihre erste Synagoge errichteten die Budaer Juden Mitte des 13. Jahrhunderts, die ihnen bis Ende des 15. Jahrhunderts als Tempel diente. Mauerreste der einstigen Synagoge wurden 2005 unter dem Straßenabschnitt zwischen Palota út–Dísz tér entdeckt, diese aber wieder zugeschüttet. Die zweite Synagoge und das Bethaus befanden sich in unmittelbarer Nähe des Judentores (des heutigen Bécsi kapu/Wiener Burgtores). In der Türkenzeit (Sultan Soliman eroberte 1541 auch Buda) konnten die Juden ruhig und geschützt leben. Die christliche Rückeroberung Ungarns und Befreiung Budas 1686 wurden zur Tragödie der dort lebenden Juden. Die in ihre Synagoge (der Chronologie nach zweite Synagoge im Burgviertel) geflüchteten Juden wurden niedergemetzelt, die Synagoge in Brand gesetzt. Das Bethaus, der einzige steinerne Zeuge des jüdischen Lebens im Mittelalter im Budaer Burgviertel, fristete ein bescheidenes Dasein als Museum bis zum 6. September 2018 (5778. elul 26). Von der Einheitlichen Israelitischen Glaubensgemeinde Ungarns EMIH, ihrem tatkräftigen Rabbiner Shlomo Köves betrieben, mit Förderung des Staates und zahlreicher Spender konnte das Bethaus restauriert und an besagtem 6. September als Synagoge geweiht werden. 350 Jahre nach 1686 zog wieder jüdisches Leben in das Bethaus, die Synagoge ein. Rabbi Shlomo Köves sprach vom göttlichen Feuer, dem brennenden Rosenbusch der Juden, der nie verbrannte und forderte die Feistgemeinde auf, u.a. „nie gleichgültig zu sein”.

In Anwesenheit des Präsidenten Ungarns János Áder, des amerikanischen Botschafters in Ungarn David B. Cornstein, des Vertreters der europäischen Juden Menachem Margolin, zahlreicher Rabbiner aus ganz Ungarn fand die Synagogenweihe, der Einzug der neuen Thora ins Gotteshaus und die Weihe ihres Rabbiners Faith Áser statt. Verlesen wurde die Grußbotschaft des Oberraabbiners des Staates Israel David Lau.

In seiner Inaugurationsrede würdigte  Faith Áser seinen Lehrer und Mentor Báruch Oberlander, Leiter des Budapester Orthodoxen Rabbinats, der ihn acht Jahre lang auf seine Arbeit-Berufung vorbereitet hat. Er lehrt an der Freien Universität der Jüdischen Wissenschaften, ist Leiter der Jugendsektion Átid, unterrichtet im Seniorennetz von EMIH und war bis zu seiner Ernennung als Rabbiner an der Seite seines Meisters, Oberrabiner Báruch Oberlander  in der Synagoge in der Pester Vasvári utca tätig. Ab dem jüdischen Neujahr, zu Rosh Hashanah am 10. September 5779, wird in der Synagoge wieder gebetet.

Mit dem Anstimmen des ungarischen Volksliedes „Szól a kakas már”, das auch als ungarisch-jüdische Hymne gilt, klang die Festveranstaltung aus, die, wie die Titelseite des aus aktuellem Anlass veröffentlichten Heftchens „das Treffen des Mittelalters mit dem 21. Jahrhunderts” ist.