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Lebenslang (Deutsch) lernen – Sprache, Karriere, Erfolg.

Lebenslang (Deutsch) lernen – Sprache, Karriere, Erfolg.
Marianne Látki

Lebenslang lernen!  Das könnte, sollte auch für Fremdsprachen gelten. Mit dem Beherrschen mehrerer, mindestens einer Fremdsprache ist es unter den Ungarn nicht gerade gut bestellt. Man/frau, vor allem junge Leute müssen es nur wollen, es gibt viele Möglichkeiten und Angebote. Solche sind, was die deutsche Sprache betrifft  - ohne Anspruch auf Vollständigkeit – natürlich die Fremdsprachen im Lehrplan der Schulen, die Fremdsprachenkurse an den Kulturinstituten, fürs Deutsche  der DAAD, die Andrássy Universität, Fernstudium, Apps und Tipps im Internet,  usw. 

Die drei deutschsprachigen Botschaften in Ungarn, die deutsche, österreichische und schweizerische riefen Anfang 2018 zur Kampagne obigen Titels: Deutsch.Karriere.Erofolg. auf. Gymnasiasten sollten in Teamarbeit Videos, kurze Klips,  drehen und darin ihre Beziehung zum Erlernen der deutschen Sprache bildhaft ausdrücken.

An der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland wurde gerade Zwischenbilanz gezogen, d.h. die besten Videos präsentiert und prämiert.

Der Gemeinplatz lautet: Deutsch ist eine schwierige, harte, sperrige Sprache, der Trend läuft in Richtung Englisch, was auch der deutsche Botschafter Volkmar Wenzel mit (eher lustigen) Zahlen untemauerte: Englisch lernt man in 30 Stunden, Französisch in 30 Tagen und Deutsch in 30 Jahren!  Ergo Deutsch ist eine tote Sprache und die Toten haben Zeit sie zu erlernen. Dass dem nicht ganz so ist, beweisen auch die sehr motivierten junge Leute, die ihre Videos vorführten.

Regina Rusz, die Leiterin des Österreichischen Kulturforums in Budapest, betonte, dass  für den Beruf, für Karriere mit Erfolg gerade in Mitteleuropa das Deutsche sehr wichtig ist (auch wenn schier jeder Manager heutzutage Englisch beherrscht). Was die große Karriere betrifft erinnerte der schweizerische Botschafter Peter Burkhard an den am Wochenende verstorbenen großen Bühnen- und Filmschauspieler Bruno Ganz, den Eidgenossen, der mit 20 nach Deutschland ’auswanderte’, um Deutsch zu lernen; was ihn zum wohl größten Schauspieler deutscher Zunge werden ließ.

Wie wichtig das Erlernen von Fremdsprachen ist, belegte er auch mit einer als Student in Genf gemachten Erfahrung.  Ein Nato-General sagte vor versammeltem Publikum: Learn to express yourself.

Genau dieser Meinung war auch der stellvertretende Staatssekretär im ungarischen Ministerium für humane Ressourcen (EMMI) Dr. Zoltán Maruzsa, der seine Grußworte deutsch, dann ungarisch formulierte. 360 000 ungarische Schüler (27%) lernen Deutsch. Im Januar formulierte die ungarische Regierung ihre Fremdsprachen-Strategie: Englisch steht zwar auf Platz 1, wird aber im selben Atemzug mit Deutsch, Französisch und Chinesich genannt (letzteres wird  allerdings nur in einer einzigen Schule unterrichtet). Zeitgleich wurde in den Lehrplan der 9. und 11. Klasse das jeweils zweiwöchige ’Fremdsprachenstudium’ für insgesamt 30 000 Mittelschüler und Gymnasiasten ab 2020 bekanntgegeben. Die Prozedere ist noch nicht bekannt, man darf hoffen, dass der teure Auslandsaufenthalt Früchte tragen wird.)

Wie wichtig und historisch verwurzelt die deutsche Sprache in Ungarn ist, hob der Vize-Staatssekretär hervor: Es ist die Tradition, es sind die Ungarndeutschen und die Wirtschaft mit den zig aus deutschsprachigen Ländern in Ungarn tätigen Unternehmen.

Unter den vielen Preisen und Sonderpreisen, die von den Botschaften, u.a. auch von Audi Hungaria und Mercedes verliehen wurden, sei an dieser Stelle einer herausgegriffen, jener das Perczel-Mór-Gymnasium Siófok  erhalten hat: Der Klip ist nämlich besonders witzig: Wer faul ist, in der Deutschstunde nicht aufpasst, eher schwänzt, wird von einem maskierten Einbrecher erbarmungslos geweckt, sogar mit einem Riesenmesser verfolgt. Das Österreichische Kulturforum lädt ein Gewinnerteam zu einem eintägigen Besuch in Wien ein, das Goethe Institut zu drei Tagen in Berlin und die Schweizerische Botschaft überreichte eine Kamera.

Die Kampagne wird fortgesetzt, denn Deutsch lernen ist eine gute Investition.

Übrigens: Wie Gymnasialschüler zum Deutschlernen motiviert werden? Dazu können sie auch unsere Beiträge „Jugend debattiert international” vom 30. Mai 2018 und „Jugend debattiert international, das Finale….in Bratislava’ vom 20. September 2018 lesen.