Landwirtschaftministerium, Ungarisches Tourismusamt, Budapest und die Stiftung für Denkmalerbe Bunte Stadt taten sich im Vorjahr zusammen, um sich der vielen unschönen Feuermauern in den Pester Innenbezirken anzunehmen, vorrangig im 7. Gemeindebezirk, dessen alte Mietskasernen noch immer die Narben von Einschüssen und Verfall tragen. Wenn schon nicht renoviert, aber auch nicht abgerissen wird, dann sollte das Beste aus der verwitternden Bausubstanz gemacht werden. Der 7. Budapester Gemeindebezirk ist in, ist trendy, in den Rom kocsma, den Ruinenkneipen, ruin pubs, trifft sich die Jugend aus ganz Europa, wohl auch von noch viel weiter.

Die Kneipen  werden nicht mehr nur als heißer Treffpunkt und Programmtipp unter jungen und jung gebliebenen Budapestbesuchern gehandelt, sondern haben den Einzug in die Reiseführer geschafft. In der Romkocsma trifft man sich nicht nur auf einen Drink, sondern zur trendy music, Gesprächen am runden Tisch, Auktionen oder Slam in the City. Eine solche Kneipe mit Gartenlokal befindet sich in der Kazinczy utca 47, wo anno der wohlhabende Geschäftsmann Tivadar Mika sein Haus baute. der Name schmückt heute das Etablissement. Und lässt man den Blick eine Feuermauer hinaufschweifen, dann ist man beim Ausgangspunkt des Bunte Stadt, Bunte Mauern-Projektes gelandet: der Wandmalerei ’Falknerei – KÜRT Datenrettung’!!! ( Siehe Photo.) Sieht erklärungsbedürftig aus.

Die Finanzierer des Projektes setzten nämlich thematische Schwerpunkte fest. Das Landwirtschaftsministerium entschied sich für Hungarika, das Tourismusamt für das, wie ausländische Touristen Budapest sehen. Das wird und soll ab Ende August einen Monat  lang gemalt werden. Auf 130 qm Feuermauer verband der unter dem Künstlernamen Taker bekannte Muralist  die Falknerei als uraltes Symbol der Magyaren mit der Erfindung (1979) János Kürtis, der KÜRT Datenrettung, ein geschütztes, heute weltweit genutztes Verfahren.

Acht Wandmalereien Thema Hungarika entstehen bis zum 23. September und dienen dann auch als Auftakt zur traditionellen Landmaschinenausstellung (OMEK), so Staatssekretär Zsolt V. Németh. Tradition verbunden mit Zeitgeist soll Budapestern und Touristen  näher gebracht werden, davon ganz zu schweigen, dass das Ambiente durch die farbenfrohen Muralien im 7. Budapester Gemeindebezirk die trostlosen Ruinen vergessen lassen (oder auch nicht).