Internet-Banking: Bedeutungswandel der Bankfilialen (Foto: Flickr/Yoshihito)
Fast jeder Zweite (42 Prozent) informiert sich heute online über Finanzthemen, bloß 26 Prozent in der Bank. Gesucht werden vor allem Berichte professioneller Journalisten sowie Empfehlungen anderer Internetnutzer. 49 Prozent machen sich zuerst bei den Suchmaschinen schlau, 46 Prozent bei den Vergleichsseiten und 42 Prozent auf Webseiten ihrer Bank. Online-Werbung gilt dabei als „Zusatzinfo”.
Wegweiser der Infoflut
„Den Online-Kunden oder den Filial-Kunden gibt es nicht. Die Menschen suchen sich in der heutigen Infovielfalt jeweils den Kanal, der ihnen gerade adäquat erscheint”, erklärt Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität, gegenüber pressetext. Neben dem Trend zu Neuen Medien gebe es mittlerweile auch eine Renaissance der Filialen, die etwa zur Verifizierung von Gelesenem oder für komplexere Fragestellungen wie etwa bei der Baufinanzierung aufgesucht werden.
Als positiv für den Kunden vermerkt Hamer, dass somit das Infomonopol der Banken gebrochen ist. Allerdings wird es immer schwieriger, aus der Flut oft konträrer Darstellungen die jeweils passende und qualitative zu finden. „Journalisten haben hier die wichtige Funktion, unterschiedliche Auffassungen zu analysieren und in qualitativer Weise zur Verfügung zu stellen”, so der Experte. Das Vertrauen seitens der Rezipienten sei weiterhin hoch, teils liefern diese Leistung jedoch auch gut informierte Nutzer oder Bankkunden.
Mobile Banking in Kinderschuhen
Doch auch in der Abwicklung der Bankgeschäfte lässt laut der Yahoo-Umfrage das Internet keinen Stein auf dem anderen: Nur noch 41 Prozent erledigen die Einzahlungen ausschließlich am Schalter, während bereits ebensoviele aus Flexibilitätsgründen das Online-Banking „regelmäßig” oder sogar „ausschließlich” verwenden.
Mobile Banking kommt hingegen über die 15-Prozent-Marke nicht hinaus: Jeder Dreißigste erledigt ausschließlich hier seine Bankgeschäfte, sieben Prozent hin und wieder, sechs Prozent in Ausnahmefällen. Begründet dürfte die Zurückhaltung vor allem durch Sicherheitsbedenken oder fehlende technische Ausstattung sein.

