20. August 2016: Fest, Brot und Torte

Dinkelbrot.Konditor Gellért SzóDie Feierlichkeiten beginnen wie in jedem Jahr mit dem Hissen der National-Trikolore vor dem ungarischen Parlament um 8.30 Uhr und enden mit dem ebenfalls alljährlichen Feuerwerk um 21 Uhr; dazwischen feierliche Programme wie die von Kardinal-Primas Péter Erdő vor der St.-Stephans-Basilika zelebrierte Heilige Messe und der anschließenden Prozession mit der mumifizierten Heiligen Rechten des Staasgründers durch die Straßen rundum das Gotteshaus (ab 17 Uhr) und natürlich auch viel Unterhaltung, Konzerte, Programme für die ganze Familie, Auktion für einen guten Zweck  und Gaumenfreuden wie das Anschneiden des Torten-Preisträgers 2016, der auf den Phantasienamen ’Grünes Gold der Örség’ getauft wurde sowie der ’Preiselbeer-Prinzessin’, der Torte ohne Zucker, d.h. fast ganz ohne Süßstoff, die auch Diabetiker getrost verzehren dürfen (am Clark Ádám tér am Budaer Brückenkopf der Kettenbrücke um 11 Uhr).

Um bei den Gaumenfreuden zu bleiben: in der Lánchíd utca vom Clark Ádám tér bis zum Burggarten-Basar möge der Gourmet-Freund über die Gastro-Promenade „Magyar Ízek Utcája” spazieren, so er/sie  Spezialitäten aus Küche und Keller des Karpaten-Beckens, hier heimischen nationalen Minderheiten kennenlernen möchte. Warum die Makóer Zwiebel und Kalocsáer Gewürzpaprika so berühmt sind, kann hier festgestellt werden.

Unser tägliches Brot an Sankt Stephan ist das Ergebnis des von der Ungarischen Bäckerinnung ausgeschriebenen Brotback-Wettbewerbs: natürlich, gesund, ohne Zusatzstoffe, mit fester, dicker Kruste, das lange frisch bleibt, mit Roggensauerteig und dem frisch geernteten Weizen gebacken. Die diesjährige Abweichung von der Tradition ist, dass es keinen Wettbewerb gab, sondern sich zehn Bäcker zusammentaten und das Brot gebacken haben. Es wird nicht nur auf der Gastro-Promenade angeschnitten, sondern zeitgleich im Rahmen des Nationalfeiertages in Szolnok, Pécs und Orosháza serviert.

Im Budaer Burgviertel wird schon seit dem 18. August (bis zum 21.) das Handwerk ’zelebriert’, wenn Korbflechter und Seifensieder, Schmiede und Spielzeughersteller (Spielzeug ist Schwerpunktthema in diesem Jahr) nicht nur aus Ungarn, sondern u.a. aus Usbekistan (Ehrengast), China, Indien, Spanien, der Türkei, Moldawien ihre Handwerkskunst nicht nur vorstellen, sondern zum Mitmachen einladen.

Zsolt PechtolDie Ungarn-Torten! Zum von der Ungarischen Konditor-Innung ausgeschriebenen Wettbewerb meldeten sich 43 Teilnehmer an, deren Meisterwerke in vier Runden bis auf die letzten Drei verabschiedet wurden. Der junge Konditor aus dem nordungarischen Salgótarján Gellért Szó schaffte es wieder aufs ’Siegertreppchen’; schon im Vorjahr war er mit der Marillen-Karamelltorte (siehe auch unseren vorjährigen Beitrag: Fest- und Feiertagsvorbereitungen… vom 4. August 2015; viele der dort erwähnten Standard-Programme und Veranstaltungsorte gelten auch in diesem Jahr) der Gewinner. Das ’Grüne Gold der Őrség’ darf als Hommage an besagtes grünes Gold, das Kernöl, verstanden werden (Őrség = die Ungarische Wart, quasi die Fortsetzung der gleichnamigen burgenländischen Region). Unter der grünen Oberfläche verbergen sich Mandelmehl und Himbeergelee, Ganache aus weißer Schokolade, alles in Rot-Weiß-Grün, den ungarischen Nationalfarben, geschichtet.

Auch ohne auf die schlanke Linie und den Zuckergehalt achten zu müssen, sei jedem auch eine Schnitte der zuckerfreien ’Preiselbeer-Prinzessin’ empfohlen; Zsolt Pechtol, Konditor der Tortavár (Tortenburg) im 2. Budapester Gemeindebezirk, buk sie und eroberte den ersten Preis des Wettbewerbs der Stiftung ’Ein Tröpfchen Aufmerksamkeit’ (jeder lasse seinen Blutzucker messen, es bedarf nur eines einzigen Tröpfchens Blut!) und der Konditor-Innung. Ausschlaggebend waren die Zutaten: ohne weißes Industriemehl, ohne Zuckerzusatz, ohne Geschmacksverstärker gebacken, so dass eine Schnitte nur 8,8 g Kohlehydrat und 228 kcal enthält. Diese Torte schmeckt nicht nur lecker, sondern darf ohne schlechtes Gewissen verzehrt werden. Schon der Anblick überzeugt.

Der Name der Torte: Preiselbeer-Prinzessin

Wie schon in den Vorjahren kann das Parlament zwischen 10 und 18 Uhr besichtigt werden, und was die Sicherheit der Mega-Veranstaltung betrifft, tritt Sicherheitsstufe 3 in Kraft. Ein Tipp noch: die beste Aussicht auf das Feuerwerk hat man am Donaukai in Pest zwischen Elisabeth- und Kettenbrücke. Untermalt mit dem Sound des Rock-Musicals ’Stephan, der König’ wird Pyrotechnik für brutto weniger(!) als 140 000 000 Forint in den Abendhimmel über Budapest geschlossen.

„Der 20. August ist unser Fest, wenn das Land zusammenrückt”, sagte der parlamentrische Staatssekretär im Verteidigungsministerium Tamás Vargha, der mit anderen Zuständigen über die Vorbereitung informierte.