Budapest – In Ungarn stiegen die Temperaturen am Wochenende auf 37 Grad im Schatten, die Hitzewelle soll laut Prognosen weiter andauern. Trotz der Rekordtemperaturen zeigt sich die Verwaltung der Stadt Ozd im Norden des Landes unerbittlich: Sie schnitt die verarmte Roma-Siedlung von der Wasserversorgung ab.
In der Roma-Siedlung haben die Bewohner kein fließendes Wasser in den Wohnungen. Sie müssen sich deshalb an den Hydranten und Brunnen auf der Straße versorgen. Doch gab es dort auf Anordnung der Stadt an diesem Wochenende teils gar kein Wasser, teils nur in sehr dünnem Strahl.
Ozd wird von Politikern der in Budapest regierenden rechtsnationalen Partei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orbán verwaltet. Kritiker werfen Fidesz seit langem vor, den im Land grassierenden Rassismus gegen Roma zu fördern.
Linke Oppositionsparteien protestierten gegen die Maßnahme der Verwaltung in Ozd. Diese sei nicht nur unmenschlich, sondern auch rechtswidrig und gefährlich für die Gesundheit im ganzen Ort, erklärte das linksliberale Oppositionsbündnis Együtt-PM (Gemeinsam-PM). Ozd habe von der Schweizer Regierung 1,5 Milliarden Forint (ca. fünf Millionen Euro) geschenkt bekommen – um die Wasserversorgung im Roma-Viertel einzurichten.
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Was sagen eigentlich die EU-Bürokraten zu diesem Thema? Und was sagt z.B. die EU dazu, was Griechenland und Italien mit Flüchtlingen so alles anstellen? Nichts! Es wird langsam Zeit, die (Neu-) EU-Mitgliedsländer an ihre Pflichten zu erinnern, statt immer nur die Brieftasche zu öffnen…
Ich denke, unter den Umständen – und mit der Vorgeschichte der letzten Monate – kann man davon sprechen, dass hier staatliche Stellen einen gezielten Mordversuch gegen eine ethnische Minderheit unternehmen oder zumindest eine „ethnische Säuberung” anstreben. Wenn hier die Staaten Europas nicht sofort einschreiten, ist dies eine Bankrotterklärung gegen den sich viral verbreitenden Rechtsextremismus im ungarischen Staat und in Gesamteuropa, noch schlimmer und offensichtlicher als das Versagen Deutschlands bei der Bekämpfung der rechtsradikalen Vebrechen des NSU.

