
Es folgten die Jahre, als ich diese Musik zu süß, zu rührselig, fast kitschig fand, doch dann fand mit immer neuen Titeln und poetischen Texten auch für mich die Rückkehr zu diesen Ohrwürmern statt und seit dem Musical „Ich war noch niemals in New York” (leider nicht gesehen, nur teilweise gehört) bin ich wieder absoluter Jürgens-Fan.
77! Und Udo Jürgens wird immer jünger. Wie macht er das? Es muss wohl die Kunst, die Musik sein, dass sich Hobby und Beruf decken. Oder sollte das zu einfach sein? Ich hoffe, morgen Abend, nach Ausstrahlung des Zweiteilers über die jungen Jahre Udo Jürgens, den familiären Hintergrund Einsichten gewonnen zu haben. Wer „Der Mann mit dem Fagott” ist, weiß ich jetzt noch nicht, nur dass Udo Jürgens sechs Jahre lang an seinen Erinnerungen und dann weitere sechs am Drehbuch gearbeitet hat.
Komponist, Interpret, Pianist. Für mich ist er Chansonnier, der den Schlager veredelte und besser als Pop ist. Die Karriere dieses großartigen Unterhaltungskünstlers begann, von den frühen Versuchen und kleineren Erfolgen schon in den 50ern mal abgesehen, mit dem Gewinn des Grand Prix Eurovision 1966 mit „Merci Cherie”. Im selben Atemzug würde ich noch „Griechischer Wein” und „Aber bitte mit Sahne” nennen, und mag auch alle anderen Jürgens Lieder, pardon Chansons.
Auch mit 77 überwältigt einen sein Charme, die Energie, die seine Musik ausstrahlt.
Udo Jürgens ist schon zu Lebzeiten eine Legende. Und wer sich davon ein wiederholtes Mal überzeugen möchte, der sollte, hat er die Möglichkeit, den von der ARD für heute und morgen eingeplanten Film „Der Mann mit dem Fagott” nicht verpassen; darin David Rott als junger Udo Jürgens. Lassen wir uns überraschen.

