Endometrium = Gebärmutterschleinhaut. Begibt sich dieses Gewebe auf Irrwege, d.h. wuchert auch außerhalb der Gebärmutter, überwiegend im Becken, an Eierstock, Eileiter, Därmen, am Bauchfell, an OP-Narben, dann hat die Betroffene Schmerzen, die mit fortschreitenden Wucherungen den Alltag innerherhalb des weiblichen Zyklus unterträglich werden lassen, zu Unfruchtbarkeit führen können. Außer den Schmerzen, Krämpfen vor, während und nach der Monatsregel, gibt es viele Symptome, die falsch gedeutet werden, so etwa Durchfall, Verstopfung, Schlaffheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Nur 10 % der Betroffenen sind symptomfrei, was nicht bedeutet, dass sie nicht rechtzeitig behandelt werden müssen. Spätestens beim sich nicht erfüllenden Kinderwunsch, stößt der Arzt auf das wuchernde Gewebe, das, es sei nur nebenbei erwähnt, in Einzelfällen sogar in der Leber, Lunge und im Gehirn entdeckt wurde.
Weltweit 176 Millionen Frauen, also jede 10., in der Europäischen Union 16 Millionen, leiden an Endometriose. In Ungarn sind es geschätzte 180 000 Frauen zwischen 15-40 Jahren. Die Ursache der Bauchschmerzen wird oft verkannt. Und steht die Diagnose endlich fest, ist es für die medikamentöse Behandlung oft schon zu spät. Therapie gibt es, auch wenn die Medizin nicht weiß, warum Endometriose entsteht, nur dass sie hormongesteuert ist, aber weiß, dass sie immer wieder ausbrechen kann. Ein probates Mittel gegen die schmerzende Plage ist die Schwangerschaft, die den weiblichen Körper sich erneuern lässt, hormonell durcheinanderwirbelt. Und anschließend muss vorbeugend weiter therapiert werden, denn einmal Endometriose bedeutet immer Endometriose, wie Universitätsdozent Dr. Ferenc Bánhidy, Gynäkologe, stellvertretender Klinikdirektor und Mitglied in der Sektion Reproduktion beim Fachkollegium Geburtsmedizin und Gynäkologie betont.
Wird die Krankheit zu spät erkannt, dann muss der laparoskopische Eingriff in einer Fachklinik (in Ungarn nicht nur an der Semmelweis-Klinik, sondern z.B. auch in Pécs und in anderen Zentren für Frauenheilkunde) durchgeführt werden. Und anschließend folgt die medikamentöse Behandlung.
Anlässlich der Endometriose-Woche lancierte die Stiftung EgészségŐr (GesundheitsWächter) unterstützt von der Sektion Gesundheits- und Sozialpolitik des Ungarischen Journalistenverbandes einen Medienbewettbewerb zwecks Aufklärung über diese verkannte Volkskrankheit. Seitens der Stiftung wurde kürzlich eine Umfrage durchgeführt, d.h. 7000 Personen gefragt, was sie für ihre Gesundheit tun. Nur jede 4. Frau und jeder 5. Mann gaben an, dass sie etwas für die eigene Gesundheit tun können. Worauf verlassen sich all die anderen? Aufs Schicksal? Auf die Pillen, die der Arzt verschreibt? Dann ist es oft schon spät, womöglich zu spät.
Aufklären und in sich hineinhorchen, vorbeugen, das sollte nicht nur in dieser ersten Märzwoche wichtig sein.

