Otto Habsburg, seit dem Tod seiner Gemahlin Regina im Vorjahr verwitwet, ist nach Angaben einer Mitarbeiterin „friedlich eingeschlafen”. Er hinterlässt sieben Kinder, 22 Enkelkinder und zwei Urenkel. Chef des Hauses Habsburg ist sein ältester Sohn Karl Habsburg-Lothringen, der in Österreich lebt. 

Der Verstorbene war Träger zahlreicher hoher Auszeichnungen. Zuletzt hatte ihm der französische Präsident Nicolas Sarkozy das Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion verliehen.

Sein Sohn Karl erklärte am Montag zum Tod des ehemaligen Erzherzogs: „Mein Vater war eine überragende 
Persönlichkeit. Mit ihm verlieren wir einen großen Europäer, der uns in allem, was wir heute tun, über die Maßen 
geprägt hat.” Die genauen Termine für die Beisetzungsfeierlichkeiten werden zu einem späteren Zeitpunkt 
bekanntgegeben.

Otto Habsburg, der zwanzig Jahre – von 1979 bis 1999 – für die bayerische CSU als Abgeordneter dem Europäischen Parlament angehörte, besaß die deutsche, österreichische und ungarische Staatsbürgerschaft. Er war der mit Abstand dienstälteste Europa-Parlamentarier. Seit einem Treppensturz vor zwei Jahren war der ehemalige Kronprinz der österreichisch–ungarischen Monarchie gesundheitlich angeschlagen.

Im Außenpolitischen Ausschuss des Europaparlaments setzte sich Otto Habsburg für die Länder jenseits des Eisernen Vorhangs ein und kämpfte für das Selbstbestimmungsrecht der Völker, für Minderheitenrechte und für eine rasche Osterweiterung der EU nach dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989. Er war Initiator und Schirmherr des 
„Paneuropäischen Picknicks” an der österreichisch-ungarischen Grenze, bei dem mehr als 600 DDR-Bürger nach Österreich flüchteten. 31 Jahre war er als Nachfolger des Gründers, Graf Richard Coudenhove-Kalergi, Präsident der Internationalen Paneuropa-Union.

Otto Habsburg-Lothringen, der am Montag in Bayern 98-jährig verstorben ist, war als Kind des 1918 entthronten 
Kaisers Karl der letzte Kronprinz der österreichisch–ungarischen Monarchie. Ein Rückblick auf sein bewegtes Leben:

– 20. November 1912: In der Villa Wartholz bei Reichenau an der Rax in Niederösterreich kommt das erste Kind von 
Erzherzog Karl, dem Großneffen von Kaiser Franz Joseph I., und Erzherzogin Zita zur Welt. Die Mutter, eine 
geborene Prinzessin von Bourbon-Parma, ist eine Tochter des vertriebenen letzten Herzogs von Parma. Das Kind 
wird am 25. November auf die Namen Franz Joseph Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix 
Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius durch den Wiener Erzbischof Kardinal Franz Xaver Nagl getauft. Taufpate ist 
der Kaiser.

– 21. November 1916: Kaiser Franz Joseph stirbt. Durch die Thronbesteigung von Karl I. wird Erzherzog Otto 
Kronprinz von Österreich-Ungarn.

– 11. November 1918: Kaiser Karl verzichtet auf „jeden Anteil an den Staatsgeschäften”, vermeidet aber eine 
ausdrückliche Abdankung. Am darauffolgenden Tag wird die Republik ausgerufen. Die Familie wird auf Schloss 
Eckartsau im Marchfeld untergebracht.

– 24. März 1919: Der Ex-Kaiser und seine Familie gehen ins Zwangsexil in die Schweiz. Durch die am 3. April 
verabschiedeten Habsburger-Gesetze (Landesverweisung, Enteignung) wird die Dynastie ihrer Herrscherrechte und 
sonstigen Vorrechte für verlustig erklärt. Nach zwei misslungenen Restaurationsversuchen in Ungarn wird die Familie 
auf Beschluss der Siegermächte des Ersten Weltkriegs Ende 1921 nach Madeira verbannt.

– 1. April 1922: Ex-Kaiser Karl I. stirbt in der Villa Quinta do Monte bei Funchal und hinterlässt acht Kinder. Otto wird 
Oberhaupt des Hauses Habsburg-Lothringen unter der Vormundschaft seiner Mutter Zita und Thronprätendent.

– Mai 1922: Übersiedlung nach Spanien, u.a. in das baskische Fischerstädtchen Lequeitio. – Oktober 1929: Die Familie lässt sich in Belgien nieder. Nach mit Auszeichnung bestandener Reifeprüfung Studium der Staats- und Sozialwissenschaften an der Universität Löwen. Annahme des lothringischen Titels Herzog von Bar. (Otto ist direkter Nachkomme in siebenter Generation von Franz Stephan von Lothringen – als römischer Kaiser Franz I., dem Gemahl Maria Theresias.)

– 1935: Promotion mit einer Arbeit über das gewohnheitsrechtliche und gesetzliche bäuerliche Erbrecht in Österreich. Die Ständestaats-Regierung von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg hebt im Juli die Landesverweisung auf. 1.603 österreichische Gemeinden verleihen dem Thronprätendenten die Ehrenbürgerschaft.

– 1936: Mitglied der von Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi gegründeten „Paneuropa-Union”.

– 17. Februar 1938: Brief an Schuschnigg mit der Aufforderung zur Bildung einer gegen Hitler gerichteten 
Allparteienregierung. Otto erklärt sich bereit, zur Verteidigung Österreichs selbst Bundeskanzler zu werden. Hitler 
lässt die Einmarschpläne mit dem Code-Namen „Unternehmen Otto” versehen. Am 20. April titelt das NSDAP-Organ 
„Völkischer Beobachter”: „Habsburgs entartetster Spross ein landesflüchtiger Verbrecher”. Deutscher Steckbrief vom 
22. April.

– Mai 1940: Flucht von Luxemburg (dessen regierende Großherzogin Charlotte mit einem Bruder von Ex-Kaiserin Zita 
verehelicht ist) nach Frankreich und von dort über Portugal in die USA. Mehrere Zusammenkünfte mit Präsident 
Franklin D. Roosevelt und Außenminister Cordell Hull.

– August 1943: Zusammenkunft mit Roosevelt und dem britischen Premierminister Winston Churchill in Quebec. 
Wenige Wochen später legen sich die Alliierten auf die Wiederherstellung der Souveränität Österreichs fest 
(„Moskauer Deklaration” vom 1. November).

– 1944–54: Exil in Frankreich und Spanien. Aufenthalt in Tirol in der zweiten Jahreshälfte 1945. Die Provisorische 
Staatsregierung setzt Landesverweisung wieder in Kraft. In einem Brief an Roosevelt hatte Otto von einer 
Anerkennung dieser von Karl Renner geführten Regierung abgeraten. Am 10. Mai 1951 Heirat mit Prinzessin Regina 
von Sachsen-Meiningen in Nancy.

– 1954: Die Familie lässt sich in der „Villa Austria” in Pöcking am Starnberger See in Bayern nieder.

– 1957 – Innenminister Oskar Helmer (SPÖ) legt den Namen „Dr. Otto Habsburg-Lothringen” fest. Die Führung des 
dynastischen Namens „Otto von Österreich” wird amtlich untersagt. Der Reisepass trägt den Vermerk „Gültig für alle 
Staaten der Welt, ausgenommen Österreich”.

– 31. Mai 1961: Verzichtserklärung gemäß Habsburger-Gesetz. Verfassungsgerichtshof erklärt sich für nicht 
zuständig, Verwaltungsgerichtshof entscheidet 1963, dass sie ausreichend sei („Habsburg-Krise”, von der SPÖ zur 
Staatsaffäre gemacht).

– 31. Oktober 1966: Erste Wiedereinreise nach Österreich.

– 1972: Handschlag mit dem SPÖ-Vorsitzenden Bundeskanzler Bruno Kreisky anlässlich des 50-jährigen Paneuropa-
Jubiläums.

– 1973: Wahl zum Präsidenten der Internationalen Paneuropa-Union.

– 1978: Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft.

– 1979: Wahl ins Europaparlament auf der Liste der bayerischen CSU. Wiederwahl 1984, 1989 und 1994. Mitglied der CSU seit 1982. Alterspräsident des Europäischen Parlamentes 1997.

– 2007: Empfang durch Bundespräsident Heinz Fischer in der Hofburg.

 

Die „Causa Habsburg” in der Zweiten Republik

Die „Causa Habsburg”, die sich zu einer Staatsaffäre der Zweiten Republik ausweitete, wurde im Mai 1963 durch ein 
Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes virulent, welches die Verzichts- bzw. Loyalitätserklärung von Otto 
Habsburg-Lothringen (der am Montag, 98-jährig verstorben ist) als ausreichend annahm und seine Heimkehr 
ermöglichen sollte.

Vorausgegangen war ein jahrelanger Kleinkrieg zwischen den beiden Koalitionsparteien ÖVP und SPÖ, der dazu 
geführt hatte, dass dem Kaisersohn weder ein positiver noch ein negativer Bescheid zugestellt werden konnte. Die 
Habsburger-Gesetz vom 3. April 1919, durch die alle Herrscherrechte und sonstigen Vorrechte des Hauses Habsburg-Lothringen aufgehoben worden waren, legten fest, dass alle Mitglieder der früheren Dynastie, die sich 
nicht als getreue Staatsbürger der Republik bekannten, des Landes verwiesen wurden.

Der Verfassungsgerichtshof hatte sich im Dezember 1961 für unzuständig erklärt. Die juristische Argumentation lautete, dass kein Bescheid einer Verwaltungsbehörde vorlag, auf dem eine Entscheidung aufbauen könne. Das 
Höchstgericht vertrat den Standpunkt, dass es sich um einen „justizfreien Hoheitsakt” handeln würde.

Der älteste Sohn des letzten Kaisers wandte sich daraufhin an den Verwaltungsgerichtshof, der die Bundesregierung zu einer Stellungnahme aufforderte, jedoch keine Antwort erhielt. Der Verwaltungsgerichtshof befand, dass er wegen Säumigkeit der Regierung an deren Stelle tätig werden könne, und stellte am 31. Mai 1963 fest, dass der Wortlaut der vorliegenden Verzichtserklärung den gesetzlichen Bestimmungen entsprach und dass somit das Einreiserecht zu gewährleisten sei.

Die SPÖ und ihre führenden Exponenten, Parteivorsitzender Vizekanzler Bruno Pittermann und Justizminister 
Christian Broda, sprachen von einem „Juristenputsch” und versuchten, Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof 
gegeneinander auszuspielen.

Unter dem Eindruck der immer aggressiver werdenden antihabsburgischen Kampagne schrieb das damalige SPÖ-
Mitglied Günther Nenning: „Der Habsburger-Kannibalismus ist ein seltsamer Fall von Fresslust, wo garantiert nichts 
mehr zu fressen ist. Er dürfte am ehesten einer tiefenpsychologischen Erklärung zugänglich sein. (…) Zuviel Gift und 
Galle können bei der Bevölkerung, deren Mehrheit nicht aus Parteisoldaten besteht, auch die gegenteilige Wirkung 
haben. Die Hülse der Staatsform – demokratische Republik oder demokratische Monarchie – ist für die Entwicklung 
der sozialistischen Bewegung viel unwichtiger, als der klassische Marxismus zu einer Zeit annehmen musste, da 
Monarchie und Demokratie Gegensätze waren…”

Der Politologe und Philosoph Norbert Leser, Mitglied der SPÖ schreibt rückblickend: „Die Angst vor der Rückkehr 
Otto Habsburgs war nicht die vorgegebene vor einer monarchischen Restauration, sondern die Angst, von dem 
Abkömmling einer Dynastie mit historischem Format überstrahlt und in den Hintergrund gedrängt zu werden. Dabei 
hätte man froh sein sollen, dass man in der Person Otto Habsburgs über eine polyglotte und integre Persönlichkeit 
verfügte, die man zum Wohle Österreichs einsetzen und zur Geltung hätte bringen können.”

„Man hat durch die lange Fernhaltung und Verfemung Otto Habsburgs Österreich viel mehr geschadet als Otto selbst, der auch ohne österreichische Hilfe seinen Weg gemacht hat. Man wollte und konnte sich aber nicht eingestehen, dass man diese Größe – eine Persönlichkeit in ihrer Bedeutung zu erkennen und ihr den schuldigen Tribut zu zollen – nicht besaß, und steigerte sich daher in eine Hasskampagne hinein, die gerade im Rückblick verräterisch und deplatziert wirkt.” (N. Leser, „Salz der Gesellschaft – Wesen und Wandel des österreichischen Sozialismus”). „Das Erschreckende war und ist im Rückblick, wie ansteckend die Demagogie war, die man entfesselte, und dass auch gemäßigte Kräfte und besonnene Einzelgänger nicht den Mut hatten, gegen die herrschende Stimmung anzukämpfen.

Die Nationalratswahlen 1966 wurden zu einem Debakel für die SPÖ. Unter der ÖVP-Alleinregierung konnten Otto 
Habsburg schließlich zurückkehren. Seiner Mutter, Ex-Kaiserin Zita, ermöglichte SPÖ-Kanzler Bruno Kreisky die 
Einreise.