Seine Sammelleidenschaft führte Lomax schon Mitte der 1930er-Jahre in den amerikanischen Süden. Zu einer Zeit, als die US-Volksmusik als niveaulos galt, entdeckte Lomax Künstler wie Muddy Waters und Woody Guthrie, die ohne ihn wohl für immer in der Versenkung verschwunden wären. „Seine Konsequenz und sein Geschick machten Lomax zu einem Pionier, vor dem man nur den Hut ziehen kann. Der Wert seiner Arbeit für die Forschung ist ebenfalls riesig. Er hat die Tradition und Identität vieler Gemeinden bewahrt”, sagt Nußbaumer.
Globale Jukebox
Lomax hat schon zu einer Zeit, als das Internet noch in weiter Ferne lag, von einer weltweit verfügbaren Jukebox geträumt. Jetzt lassen es die Technologie und das Budget der Trägerorganisation zu, den Wunsch von Lomax posthum zu erfüllen. Bisher waren auf der Internetseite der Cultural Equity Association lediglich 45-sekündige Ausschnitte aus einigen Aufnahmen zu hören. Ab Ende Februar wird das komplette Erbe von Lomax digitalisiert sein. Nach der Veröffentlichung der Musikdateien sollen auch Interviews, Vorlesungen und Radioshows von Lomax verfügbar gemacht werden. Ein Teil der Musik soll auch über diverse kommerzielle Kanäle vertrieben werden.

