Leider. Die Einführung der Kinder und Jugend in die Geheimnisse der Kunst, die Erziehung der Jugend zu Erwachsenen, die gerne, von selbst ins Theater, Museum gehen, beschränkt sich auf einzelne Projekte. Ein solches ist das des Nationalen Tanztheaters im Budaer Burgviertel.
Wegen der Kosten und des Zeitplans war es nicht leicht, Schulleiter zum Mitmachen zu bewegen. Trotzdem nahmen
am Projekt 2007-2010 nicht nur Budapester Schulklassen, sondern auch aus der Provinz, aus Hatvan, Vác, Gödöllő, Érd und Szigetszentmiklós teil. Zielgruppe waren die 13-18-Jährigen. Insgesamt nahmen 798 Schüler an den Dramastunden in der Schule, 40 Aufführungen im Theater und Gesprächen über die Aufführungen teil.
Die Projektmanagerin Ágota Kotsis startete nun das ’initiierende’ Programm für das Schuljahr 2010-2011, mit
Verspätung, aber gebettet auf ein finanzielles Polster, das den finanziellen Beitrag von Eltern oder Schulen (2007-
2010 waren es 5000 Ft/Teilnehmer) erübrigt. Das Tanztheater hatte sich erfolgreich beim Új Magyarország –
Fejlesztési Terv (Anlagenplan Neues Ungarn) beworben und über 16 Millionen Forint Fördermittel erhalten. Auch
dieses Mal sind es überwiegend Schulklassen aus Budapester Gymnasien, Mittel- und Berufsschulen, nämlich sieben,
aber auch zwei aus der Provinz, ein Gymnasium aus Érd und eine Fachschule für Behinderte aus Velence; und ein
Kindergarten mit Schwerpunkt Kunsterziehung aus Budapest, die am Projekt teilnehmen. Insgesamt 17
Aufführungen im Tanztheater stehen auf dem Programm, elf für die Schüler, sechs für die Kinder im Vorschulalter.
Die 474 Teilnehmer werden nach der ’grauen Theorie’ in der Schulklasse bzw. Kindergarten das im Theater Erlebte
mit den Künstlern und unter Anleitung von ungarnweit bekannten ’Zeremonienmeistern’ wie dem Musiker und
Allground-Künstler Péter Novák, dem Pantomimen András M. Kecskés oder dem Ästhetikprofessor András Réz
besprechen.
„Ins Theater gehen, ist nicht einfach Unterhaltung, es soll zum Nachdenken anregen”, betonte Péter Novák sein
Credo und damit seine Aufgabe. András M. Kecskés meinte, dass mit diesen Aufführungen, der aktiven Teilnahme am
Tanz, in den jungen Menschen Bedürfnisse geweckt werden sollen. Von der Pantomime bis zum abstrakten Tanz
sollen die Projektteilnehmer eine Kostprobe der vielen Fazetten des zeitgenössischen Tanzes und der
Bewegungskultur in Ungarn erhalten. Sie sollen die Künstler, Persönlichkeiten dieses Genres hautnah kennenlernen.
Theaterbesuch ist aktive, wertvolle Freizeit. Wenn die heranwachsenden Gemerationen das erleben, werden sie nicht nur vor Spielkonsolen und dem PC herumhängen, sondern von selbst die Musentempel aufsuchen.
Hautnah erlebt verinnerlichen sie die Ars poetica des Tänzers: Jeder Mensch ist ein Tänzer und Bewegung ist das
Leben.

