Wespen lassen sich oft unbemerkt auf der Haut nieder. (Foto: imago)Eines vorneweg: Dass der Körper auf einen Wespenstich reagiert, ist normal. Verantwortlich dafür ist das Gift, das die Wespe über ihren Stachel injiziert. Wer gestochen wurde, bekommt rund um die Stichstelle Schmerzen, eine Schwellung und Juckreiz. Diese Abwehrreaktionen sind meist harmlos und klingen nach wenigen Tagen von selbst ab. Für normal empfindliche Menschen können lediglich Stiche im Hals- und Kopfbereich bedrohlich sein. Gleiches gilt, wenn jemand über 50 Wespenstiche hat.

Spucke neutralisiert das Gift

Doch was sollte man nach einem Wespenstich tun? Zunächst ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Die erste Maßnahme ist, die Stichstelle zu kühlen. Dies hilft gegen die Schmerzen. Um eine Schwellung zu verhindern, sollte man anschließend einen Waschlappen mit heißem Wasser anfeuchten und auf den Einstich drücken. Denn ab 38 Grad Celsius wird das Gift zerstört. Am besten zwischen zwei Lappen in sehr kurzen Abständen (20 Sekunden) wechseln. Nach dem selben Prinzip funktioniert der sogenannte „Bite Away”: Das taschenlampengroße Gerät erzeugt Wärme, wird auf die Stichstelle gedrückt und zersetzt das Insektengift. Alternativ kann man die betroffene Hautstelle mit Spucke einreiben, da auch Speichel das Gift neutralisiert.

Sinnvoll ist es außerdem eine halbe Zwiebel oder Zitronenscheiben aufzulegen, da sie entzündungshemmend wirken. Bei Stichen in den Mund oder Hals sollte man Eiswürfel lutschen und sich kalte Umschläge um den Hals legen. Auf keinen Fall sollte man versuchen, das Gift auszusaugen, da es sich über die Schleimhäute verteilen kann.

Drei Millionen Deutsche reagieren auf Stiche allergisch

Anders sieht es bei Menschen aus, die gegen Wespenstiche allergisch sind. Experten des European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF) gehen davon aus, dass davon mehr als drei Millionen Deutsche eine Allergie auf Wespen oder Bienen haben. Wer betroffen ist, kann schon an einem Stich sterben. Hierzulande sind etwa 40 Todesfälle pro Jahr auf einen Insektenstich zurückzuführen, so Schätzungen. Ob man eine Wespenallergie hat, lässt sich im Voraus nicht sagen.

Schwellung im Gesicht sind typisch für eine Wespenallergie

Erst eine allergische Reaktion bringt Klarheit. Sie tritt innerhalb der ersten halben Stunde nach dem Stich auf, typisch sind Quaddeln sowie starke Schwellungen an der Stichstelle. Außerdem können sich sogenannte Fern- oder Allgemeinsymptome bemerkbar machen, sie treten nicht unmittelbar an der Stichstelle auf. Dazu zählen Schnupfen, Schwellungen im Gesichts- und Halsbereich, Übelkeit, Atemnot, Herzrasen oder Kreislaufbeschwerden. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem anaphylaktischen Schock mit Blutdruckabfall, Ohnmacht und Kreislaufkollaps. Diese Reaktion verläuft ohne sofortige ärztliche Hilfe oft tödlich.

Notfall-Set schützt Allergiker

Wer eine allergische Reaktion bemerkt, muss sofort zum Arzt gehen. Personen, die von ihrer Allergie wissen, sollten immer ein Notfall-Set bei sich tragen: Es enthält ein Antihistaminikum, ein Kortison-Präparat und Adrenalin zum Inhalieren. Sofort nach dem Stich ist das Antihistaminikum, dann das Kortikoid einzunehmen. Das Adrenalinspray kommt zum Einsatz, wenn die Zunge anschwillt oder Atemnot und Kreislaufbeschwerden auftreten.

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