Fingerzeig-Frage: Was sehe ich dort? (Foto: MIT/Suranga Nanayakkara)
Die Idee hinter dem am Zeigefinger getragenen EyeRing ist denkbar einfach: Der Nutzer muss nur auf ein Objekt zeigen, den Auslöser drücken und bekommt dann die per Sprachbefehl gewünschte Information akustisch ausgegeben. Zur Auswahl stehen dabei unter anderem Farb- und Texterkennung, berichtet Technology Review. Möglich macht das eine in den Ring verbaute Kamera, die ein Foto schießt und per Bluetooth an das Smartphone überträgt. Dort verarbeitet eine App die Bildinformation in geeigneter Form, ehe das Ergebnis auf dem Bildschirm sowie über Lautsprecher ausgegeben wird.
Die Idee einer Fingerkamera als Assistenzsystem für Sehbehinderte ist nicht neu. Ein 2009 vom US-Wissenschaftler Georg Stetten präsentiertes System (pressetext berichtete) hat damals allerdings auf Vibrations-Feedback gesetzt. Im Vergleich dazu ist die Bildschirm- und Sprachausgabe der MIT-Entwicklung unmittelbarer für Nutzer verständlich.
Nützlich für alle
Das Team geht davon aus, dass nicht nur Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen vom EyeRing profitieren könnten. Denkbar ist beispielsweise auch, dass Kinder, die gerade das Lesen lernen, durch die Texterkennung mit Vorlesen unterstützt werden. Weitere mögliche Anwendungsgebiete, die von den Forschern genannt werden, umfassen die Nutzung als Navigations- oder Übersetzungshilfe.
Derzeit funktioniert der EyeRing bzw. die zugehörige Software mit Android-Smartphones oder Mac-Computern, eine iPhone-Umsetzung ist dem Team zufolge in Arbeit. Das System wurde bereits mit Sehbehinderten Nutzern getestet und soll zum kommerziellen Produkt weiterentwickelt werden. Das dürfte allerdings noch dauern, denn geplante Weiterentwicklungen sollen dank zusätzlicher Sensoren nicht nur Bilddaten erfassen.

