Diese Begriffe kennzeichnen den Lebensweg des Unternehmers, Druckereimitbegründers, Verlegers, Buchhändlers, Kultur- und Kunstförderers Gusztáv Heckenast, der von Kaschau (Kassa, Kosice in der Slowakei) über Preschau (Eperjes, Presov, ebenfalls in der Slowakei, dem historischen Nordungarn) nach Pest führte. Es ist ein moderner Lebenslauf, stellvertretend für die Entwicklung Ungarns im 19. Jahrhundert. Heckenast war auf allen Gebieten präsent, in der Industrie, Technik, im Handel, in der Politik, dem öffentlichen Leben, in Wissenschaft und Kultur.
Zur Revolution von 1848 trug er bei, indem in seiner Druckerei u.a. der Aufruf der „12 Punkte” und die Kossuth-Banknote (siehe Bild) gedruckt wurden. Er druckte Lexika, Literatur, Belletristik und vertrieb sie als Buchhändler, weil oft unerwünscht, quasi unter der Hand, illegal. Mit dieser Tätigkeit trug er zur ideellen Vorbereitung des österreichisch-ungarischen Ausgleichs und damit der k.u.k. Monarchie 1867 bei. Im Salon der Familienvilla in Pilismarót traf sich die Creme de la creme des ungarischen Geisteslebens, so berühmte Schriftsteller wie Mihály Vörösmarty und Mór Jókai, die Dichter József Bajza und János Vajda, der Schriftsteller und Minister József Eötvös und der Staatsmann, Poltiker und Abgeordneter Ferenc Deák. Gast war hier auch Peter Rosegger.
Die Ausstellung ist thematisch gegliedert. Der erste Saal ist dem Bürger und Unternehmer Heckenast gewidmet, im Fokus die Druckerei, der Buchdruck. Der zweite Saal konzentriert sich auf den Verleger von Belletristik, wissenschaftlichen Werken, Wörterbüchern, Lexika, Musikwerken, Partituren, Kunstalben und Kunstdrucken. Dafür stellte die Familie die bislang in Montreal aufbewahrten Raritäten des Heckenast-Nachlasses zur Verfügung, die damit in der Nationalbibliothek bleiben. Im dritten Ausstellungssaal wird das Leben einer wohlhabenden Bürgerfamilie im Ungarn des 19. Jahrhunderts lebendig.
Die Ausstellung in der Ungarischen Nationalbibliothek, Flügel F des Burgpalastes, kann den Öffnungszeiten der Bibliothek entsprechend von Dienstag bis Sonntag zwischen zehn und 18 Uhr besichtigt werden; bis zum 30. März 2012.

