Er soll ab Mitte April in Spektrum TV gesendet werden, geplant ist auch die englische Untertitelung, und dann wird sich herausstellen, wie das Gerundium des Titels am besten in die Fremdsprache übertragen werden kann sowie wann und wo der Film nicht mehr nur dem des Ungarischen mächtigen Publikum zugänglich sein wird.

Der Dokumentarstreifen, dessen erster Teil dieser Tage präsentiert wurde, lädt zu einer aufschlussreichen Reise in die jüdisch-ungarische Vergangenheit ein. Die Geschichte der Synagogen in Ungarn reicht bis weit in die Vergangenheit, ist mit der Kulturgeschichte des Landes verflochten. Im historschen Ungarn gab es an die 340 Synagogen, dem bei der Filmvorführung erhaltenen Flyer zufolge sind es im heutigen Ungarn noch an die 40.
(Als Fleißaufgabe habe ich sie in Wikipedia nachgezählt:27 inBudapest, 44 außerhalb, d.h. im Land.)
Nach dem Holocaust war ihr Schicksal besiegelt: vielerorts gab es überhaupt keine jüdische Glaubensgemeinde mehr. Viele Synagogen waren zerstört worden, viele, die ihrer Funktion beraubten, siechten dahin, verwitterten und viele wurden umfunktioniert: in der Synagoge in der Budapester Dózsa György út befindet sich die Fechthalle, wo viele Sportler auf ihre Medaillen vorbereitet wurden und werden, die Mitglieder der jüdischen Gemeinde benutzen den neologen Gebetsraum nebenan; in die Synagoge von Baja zog die Städtische Bibliothek ein, jene von Zalaegerszeg wurde zum Konzert- und Ausstellungssaal umfunktioniert; die ehemalige orthodoxe Synagoge von Kecskemét beherbergt seit 1971 das Photographiemuseum.
Die Aufzählung könnte beliebig bis zu den Handelseinheiten, Läden, in der ehemaligen orthodoxen Synagoge von Szombathely fortgesetzt werden. Oft wissen die Anwohner gar nicht, was sich hinter den Mauern des Nachbargebäudes anno abgespielt hat, wozu es genutzt wurde, denn nicht alle Synagogen sind auf Anhieb als solche, majestätisch und meist vom maurischen Stil der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geprägt, erkennbar.
An dieser Stelle sei mir erlaubt an die einzige im Zopfstil errichtete kleine Synagoge in der nordungarischen Gemeinde Mád zu erinnern. Im ersten Teil des Dokumentarfilms war sie noch nicht an der Reihe. Es ging um Synagogen, in die jüdisches Leben wieder eingezogen ist, und auch um das einzige in Betrieb befindliche rituelle Bad, die Mikwe. in Ungarn, in Budapest.

