Einmal Blut geleckt vom mobilen Web spekulieren die Konzerne darauf, dass Kunden alsbald ihre Tarife upgraden und somit die Umsätze nach oben treiben. 

Kunden schauen aufs Geld 

Smartphones: Schwellenländer springen auf den Zug auf (Foto: pixelio.de, Harald Wanetschka)Im Gegensatz zum europäischen Markt, wo User über mehrere Monate bis Jahre Verträge mit Mobilfunkanbietern abschließen und alle vier Wochen eine Rechnung bekommen, finden sich in den Emerging Markets fast nur Prepaid-Kunden. Der Grund: Viele Kunden verfügen nicht über die finanziellen Mittel, um für einen Handy-Vertrag in Frage zu kommen. Die Anbieter wollen daher auf Nummer sicher gehen und bieten Produkte an, die sich verbrauchen lassen. 
Allen voran Telkos in Asien und Lateinamerika. Preiswerte Angebote sollen die Profitabilität im Online-Geschäft steigern helfen. Hinzu kommt die Preisentwicklung unter den Herstellern der Smartphones. Weil Web-fähige Geräte immer stärker nachgefragt werden, vergrößert sich auch das Angebot. In der Folge sinken die Preise für Smartphones. Das Geschäft mit dem mobilen Web boomt, denn nur zwei Prozent der Indonesier besitzen einen Internet-Anschluss. Selbst wenn in dem Land 60 Prozent Internet-Cafes nutzen, nehmen mobile Geräte zu. 

Zahl der Smartphones steigt 

Die meisten indonesischen Kunden nutzen für ihre Smartphones in der Regel Prepaid-Karten im Wert von rund 200.000 Rupien (23 Dollar). Auch wenn sich zwei Cent pro Minute für ein Web-Entertainment vergleichsweise wenig anhören, summiert sich der Umsatz in Anbetracht der großen Kundenzahl. So beläuft sich der durchschnittliche Datenverbrauch eines Kunden in den wachsenden Emerging Markets derzeit auf zwei Dollar im Monat – Tendenz steigend. 
Das enorme Wachstum bei den mobilen Endgeräten bestätigt den Trend. Allein in Indonesien verdreifachte sich die Zahl der Smartphones 2010 nahezu von 4,4 Prozent auf zwölf Prozent. In der Asien-Pazifik-Region lag die Zahl bei 18 Prozent, während sie in den USA 2010 bei 38 Prozent lag. In Brasilien verfolgen die Telkos eine ähnliche Strategie wie in Indonesien. Dort gibt es seit September 2010 den Service „Infinity Web”. Für nur 50 Centavos (30 Cent) erhält man einen Tag unlimitierten Web-Zugang. Acht Mio. User nutzen das Angebot bereits jeden Monat.