Die ursprüngliche Gemeinde inmitten der freundlichen Bergzüge und Hügel der Region Zala (siehe Photo: Dächer von Zalakaros)  verdankt ihren Aufschwung, die Entwicklung zur Stadt und dass sie zu den beliebtesten touristischen, in erster Linie Kur- und Wellness-Destinationen in Ungarn gehört, dem heilenden Wasser. Wie so vielerorts in Ungarn wurde auch in Zalakaros in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Erdöl gebohrt. Das Resultat, wie überall: Thermalwasser, das im seither auf- und ausgebauten Bäderkomplex (25 Becken, von denen 15 das ganze Jahr über in Betrieb sind) als Kur und Freizeitvergnügen genutzt wird. Im Vorjahr war die Badeanstalt namens Gránit runde 50 Jahre alt.

Die Dächer von Zalakaros.

Die Touristen, die Gäste, beziehen in einem der 14 Hotels und zahlreichen Pensionen Quartier. Zu den bekanntesten gehören auch Venus und Aphrodite. (An dieser Stelle sei auf unseren Beitrag „Unterwegs in Ungarn: Zalakaros, die Hauptstadt des Kis-Balaton” vom 25.05.2010 hingewiesen, dessen ’Basisinformationen’  hier nicht wiederholt werden sollen.) Aphrodite, damals noch im Bau befindlich, erwartet die Gäste heute als 4-Sterne-Haus mit allem Komfort, den die vier Sterne beinhalten, so 30 Zimmern, u.a. auch Zimmer für Paare, die gerade ihre Flitterwochen verbringen, einer der Antike nachempfundenen Wellness-Landschaft im Untergeschoss – nächtliches Baden bei Kerzenschein –, Freibad und Kinderspielplatz für die wärmere Jahreszeit.

„Unsere Farm ist unsere Lebensmittelkammer” lautet der Slogan der Inhaber und Betreiber von Venus und Aphodite, die Familie Virág, die nur ein paar Kilometer von Zalakaros entfernt, am Rande der Gemeinde Garabonc,  ihre Farm betreibt, die alles, was für das leibliche Wohl der Gäste erforderlich ist, dort herstellt: zu 100 % das erforderliche Fleisch, vom Hasen bis zum Graurind (Schlachtfeste werden organisiert; siehe Photo: das geschlachtete Schwein soll gerade zu Braten, Leber-, Blutwurst usw. verarbeitet werden.)

Die Trockenrutsche.Mühlenrad.Wetterstation des Müllermeisters.Ebenfalls zu 100 % Obst und Gemüse, wobei das Obst vor Ort zu Fruchtsaft, Marmelade und Schnaps verarbeitet wird; Auf der Garabonciás Farm (2013 eröffnet) wachsen auch 30 Nussbäume, und am Rande seien auch die vier Edelkastanienbäume erwähnt. Diese organischen Zutaten von der Farm werden in der Hotelküche zu kulinarischen Spezialitäten der Region Zala verarbeitet und im Hotelrestaurant serviert. Reiten und Quadfahren, auf dem Spielplatz sich vergnügen konnte das werte Publikum von Anfang an, nun möge man sich auch in den Historischen Abenteuerpark ’Sieben Stammesfürsten’ begeben, in die aufgebauten Jurten und genehmige sich dort eine Kostprobe ungarischer Frühgeschichte, bzw. vertiefe sich in jene graue Zeit (siehe Photo).

In das Bad von Zalakaros wallfahrten in erster Linie Kurgäste, die die wohltuende, heilend-lindernde Wirkung des an Salz, Jod, Brom, Alkalichlorid, Hydrogenkarbonat, Schwefelhydrogen, Fluorid-, Borsäure- und Metallkieselsäure reichen Wassers nutzen; in erster Linie gegen Erkrankungen des Bewegungsapparates, aber auch – um nur einige Indikationen herauszugreifen –, gegen Psoriasis, Bandscheibenvorfall, Bechterew, Venentzündungen und bei postoperativer sowie posttraumatischer Rehabilitation.

Bunte Fußabdrücke weisen den Weg: zur Kur grün, zu Wellness rot (Neu! die Saunalandschaft mit Saunaséance und Honigpackung, natürlich textilfrei, was, wie bekannt in Ungarn nicht unbedingt üblich ist); und im Sommer hinaus ins Freie, ins Strandbad: die gelben Fußspuren. Zum sportlichen Zeitvertreib im Sommer wird auch die21 mhohe (siehe Photo) Trockenrutsche! gehören, die gerade gebaut wurde.

Das Thermalwasser wird – auch das ist neu – in den angrenzenden künstlichen See geleitet (siehe Photo in der Abenddämmerung), dessen Freizeitnutzung erst gefunden werden muss. Noch sieht alles sehr neu und unfertig aus, die schlanke Holzbrücke im Hintergrund, der Musikpavillon und die Seerosen, die bald wachsen werden, sollen Spaziergänger anlocken.

Die Ausflugsziele sollen an dieser Stelle nicht aufgezählt werden, sie stehen alle im eingangs genannten Beitrag von 2010. Der Abstecher ins kleine Dorf (200 Einwohner) Zalamerenye an der Grenze von Zalakaros und Garabonc sei hier als Entdeckung im unbekannten Ungarn genannt: dort steht die vom Unternehmer Attila Szabadics restaurierte, Paulinermühle. Diese wurde bis 1786 von den Mönchen bewirtschaftet, bis ihr Orden von Joseph II. aufgelöst wurde. Die Mühle wird 1803 urkundlich genannt, restauriert wurde sie nach Pänen von 1903, und Mehl sowie Sägemehl wurde bis in die frühen 60er gemahlen (siehe Photo). Die Außenmauer schmückt die alte Wettervoraussge (siehe Photo), in der Mühle richtete der ’Müller’ neben den modernen Toiletten eine alte bäuerliche Badestube ein.