Mit der Eröffnung des Palastes der Künste (ungarisches Kürzel MűPa) erwiesen sich die Befürchtungen, dass die besonders gefragten Künstler dorthin abwandern werden, als unbegründet. Ganz im Gegenteil: das Nationale Tanztheater erhielt pro Jahr 100 Auftrittstage im Festivaltheater im MűPa. Es konnten demnach auch Choreographien einstudiert und aufgeführt werden, für die das Tanztheater im Burvtiertel zu klein, zu eng, technisch nicht ausgerüstet war.

Die Leitung des Tanztheaters setzte von Anfang an auf höchste Qualität, so dass zahlreiche Choreographien mehrere Spielzeiten aufgeführt wurden; und sie setzte gezielt auf die Tanzerziehung von Kindern und Jugend.

Nach dem Schrecken 2009, dass das Nationale Tanztheater ausziehen sollte, kam die Bestätigung der dort geleisteten Arbeit mit der Auszeichnung Prima Primissima Preis.

Und nun feiert das Nationale Tanztheater sein Jubiläum mit der kostenlosen Programmreihe 10 Jahre – 10 Tage. Für die beiden wohl beliebtesten Programmangebote, die Tanzstunden mit berühmten Tänzern als Tanzlehrer (3. Dez.) und  die Kulissengeheimnisse (9. Dez.) gibt es so gut wie keine freien Eintrittskarten mehr. Genauso interessant versprechen allerdings die Prodiumsgespräche zu sein, z.B. mit der international gefeierten Tänzerin und Choreographin Yvette Bozsik und der Schauspielerin Erika Marozsán (die auch tanzen kann) am 2. Dezember, die Photo- und bildende Kunstausstellungen zum Thema Tanzen, die getanzte Filmgeschichte mit zehn Startänzern und die Tanzfilme.

Verbunden wird 10 Jahre – 10 Tage mit einer großen Spendenaktion für z.B. den Verband der Großfamilien, das Mutter-Kind-Heim Lea, die Stiftung Einsame Senioren und Familien, den Kindergarten für sozial benachteiligte Kinder János Wesley in der Budapester Dankó utca (8. Gemeindebezirk, ein sozialer Brennpunkt) und noch einige mehr. Erwünscht sind nur Sachspenden und kein Geld, denn die Spenden, so Lebensmittel sollen dem Bedarf der zu Unterstützenden entsprechend verteilt werden. (Ich wurde aufgeklärt, dass meine Mitmenschen eher bereit sind, ein paar Kilogramm Zucker und Mehl abzuliefern, denn Geld, weil man beim Geld, angeblich, nie so genau weiß, wo es landet, bzw. Geld komplizierter verwaltet wird.)

Die Sprache des Tanzes ist international, so sei mir gestattet, an dieser Stelle auf ein paar Tanzabende im Dezember aufmerksam zu machen: Frau Holle, am 11., 12. und 14. Dezember um 10.30 bzw. 15 Uhr. Die Sonnenlegende am 14. Dezember im Festivaltheater, 19 Uhr. Der Nussknacker – Tanzspiel für Kinder, 19. Dezember, 10.30 Uhr und last but not least: Rächerinnen – Elektra, Medea, Thrakerinnen, 10. Dezember, 19 Uhr.

Das ausführliche Dezemberprogramm unter www.tanzszinhaz.hu