Im Wettbewerbsprogramm von Cinefest aufgeführt, konnten ungarische Filmfans die Reise schon erleben; der Film, der erste der jungen Regisseurin (1979) in Spielfilmlänge holte sich schon mehrere Preise auf internationalen Festivals. Dem deutschsprachigen Publikum ist er seit den Filmfestspielen München im Sommer 2016 bekannt.
Mit Leichtigkeit erzählt die Regisseurin eine Geschichte, die sich in der eigenen Familie zugetragen hat, die zu familiären Anlässen immer wieder erzählt wurde, die sie allerdings erst als Erwachsene verinnerlichen konnte und als Studentin an der Hochschule für Film und Fernsehen in München aufzuarbeiten begann. Die Brüder Mihai, Arzt und Spitzel der rumänischen Securitate, und Emil, ein Unangepasster, ein Rebell und Musiker haben das Glück, mit dem kranken Vater zu einem Ferienaufenthalt nach Dresden in die DDR aufzubrechen. Eigentlich geht es nicht um Ferien, sondern die dringende OP, die dem kranken, lebensmüden Vater das Leben retten soll und die Sohn Mihai organisiert hat. An der CSSR-DDR-Grenze geht es nicht weiter, die sowjetischen Tanker rollen vor den Augen der Familie nach Prag… Die Reise landet vorübergehend in einem kasernenartigen Gebäude in der DDR. Wie es weitergeht? Dafür möge sich jeder, der neugierig geworden ist, ins Kino setzen. Es lohnt sich. Trotz der tragischen Ereignisse, geht es humorvoll, leicht weiter, tja, bis zum bitteren Ende.

Für jemanden wie mich ist der Film eine Reise in die eigene in Rumänien verbrachte Jugend. In den letzten Jahren der 70er wehte ein Lüftchen Freiheit durchs Land, Nicolae Ceausescu, seit 1965 an der Macht, aber noch nicht ganz Diktator, lockerte die Reisebedingungen ins Ausland. Vom Westen wurde er als die Ausnahme im Warschauer Vertrag, dem Ostbock, gefeiert, der sich an der Invasion in die CSSR nicht beteiligt hat. Doch dann kam alles anders, was Thema eines anderen Film sein kann und von rumänischen Filmemachern mehrmals aufgearbeitet wurde.

Anca Miruna Lazarescu führte Regie und verfasste das Drehbuch, die Hauptrollen spielen als Brüder Mihai und Emil Reinholz Alexandru Margineanu und Razvan Enciu, Ovidiu Schuhmacher ist Vater William Reinholz und Susanne Bormann die für Sozialismus und Kommunismus in der Münchner WG kämpfende Ulrike von Syberg. Die beste Filmmusik steuerte dafür der ungarische Komponist Ferenc Darvas bei, so die Auszeichnung auf dem 34. Internationalen Filmfestival München.

