Der Budapester Zoo ist der erste in Osteuropa, quasi hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang, der nach sechsjähriger Vorbereitung, Überzeugungsarbeit beim Koala-Koordinator Achim Winkler in Duisburg, Schulung von 60 Fachkräften zu ’Koala-Experten’, Aufnahme ins Programm zur Erhaltung bedrohter Arten und einer Investiton von 66 Millionen Forint, in die europäische Koala-Zoo-Elite aufgenommen wurde.
Die beiden putzigen grauen Bärchen, die keine Bären, sondern wie schon eingangs erwähnt Beuteltiere und unter diesen mit dem Wombat verwandt sind, erkunden im Koala-Haus mit -Garten in der Australienzone gerade ihr neues Zuhause, haben jeder seine Privatzone, weil es zwei Männchen sind, die zwar mit ihren zweieinhalb Jahren und je 6 kg Körpergewicht noch nicht geschlechtsreif sind, sich als Rivalen aber schon bald bekämpfen können. Ob die Pfleger allzu viel zu tun haben? Die Koalas schlafen bis zu 22 Stunden am Tag, sind eher nachtaktiv, verzehren pro Tag ca. 500 g Eukalyptusblätter (aus Großbritanien regelmäßig frisch eingeflogen und für den Ernstfall aus dem gerade eingerichteten zoo-eigenen Glashaus. Trotz dieses gemächlichen Lebens werden Nur-Nuru-Bin, der aus dem Zoo Dierenpark Planckendael in Belgien und Vobara, aus dem Duisburger Zoo stammen, nicht nur kameramäßig nicht aus den Augen gelassen. Ein Pfleger ist immer vor Ort, an den sich die beiden wie an den gewohnten Baustamm in der Altheimat klammern können.
Ob Nur-Nuru-Bin und Vobara auf ihre Namen hören, sei dahingestellt und auch ob sie irgendwann ihre Einsamkeit mit je einem Koala-Weibchen teilen werden, wird erst in Jahren entschieden.
Der Besuch im Budapester Tier- und Botanischen Garten, der 2016 150 Jahre alt wird, lohnt sich nicht nur wegen der Neuankömmlinge, sondern u.a. auch wegen der denkmalgeschützten Häuser, der zahlreichen Veranstaltungen, deren Beliebtheit mit Zahlen untermauert werden kann: er ist mit 1,7 Millionen Besuchern im Jahr die meistbesuchte Kultur- und Freizeiteinrichtung Ungarns, davon sind über 100 000 ausländische Gäste.

