Nein, das stimmt nicht ganz, so einer der Veranstalter, der Vertreter der Stifung Ungarische Spezialitäten (Magyar Ízek Alapitvány) Krisztián Pap. Mit dem ’ka’ wollte man sich nur vom großen, traditonellen Weinfestival, alljährlich Anfang September im Budaper Burviertel organisiert, abgrenzen. Trotzdem laden an den laufenden vier Tagen (18.-21. Juni) 76 Aussteller, Vertreter der ungarischen Weinregionen, aber auch einige kleine Käsereien und sogar Pálinkadestillen auf ein Gläschen ein. Wo?

Auf einem Abschnitt des grünen Rasens des Kultur- und Freizeitzentrums Millenáris im 2. Budapester Gemeindebezirk, Fény utca. Ja, Abschnitt, hinter dem anderen Veranstalter davor, an den großen Eingängen zum Freizeitpark: ein Hamburgerfestival, Eintritt frei! Um zum Weinfestivalchen zu gelangen, muss man sich erst durchfragen, nicht einmal alle Ordnungshüter wissen Bescheid. Am Ziel die Überraschung: Eintritt nicht frei.

Die Organisatoren hätten das auch besser vorbereiten, bewerben können und auch daran denken sollen, dass von Frühjahr bis in den Spätherbst und auch noch nachher überall Festivalprogramme locken. Für mich, ein Überangebot; ich möge nicht Recht behalten, denn die edlen Rebensäfte, die an den Tecken der schmucken Holzhäuschen feilgeboten werden, sind mehr wert.

Seitens der Organisatoren wurde das auch nachdrücklich betont. Der stellvertretende Generaldirektor des Ungarischen Tourismusamtes György Lipcsey hob hervor, wie wichtig es ist, für ungarische Agrarprodukte die Werbetrommel zu rühren, dass vor Ort die Manufakturen, Familienbetriebe  der Weinwirtschaft im Fokus stehen. Hier sollen die Kleinen zum Zuge kommen, weil die Weinkultur auch von diesen Kleinen vertreten wird und Weinkultur selbstverständlich Teil der Kultur ist, so der für Markenschutz zuständige Vizestaatssekretär im Landwirtschaftsministerium Péter Gál.

Die eingangs genannte Stiftung zieht übrigens seit 2010 mit thematischen Präsentationen mit Verkostung und Verkauf durchs Land; besonderen Anklang fand das der ungarischen Gänseleber gewidmete Happening und nun möge auch der Ungarwein genossen und gelobt werden. Luftig leichte Weißweine, Rosés, die sich auch für den Gespritzten an heißen Sommertagen eignen (die Schafskälte sorgt momentan für angenehmes, leicht bewölktes Wetter, bislang ohne Regen), schwere, duftende Rotweine und der ’Ehrengast’ des Festivalchens, der duftend betörende Furmint.

Darauf sei an dieser Stelle, leider nur virtuell, angestoßen: Prost!