Gorbatschow mit Frau RaissaWegbereiter der deutschen Einheit. Hierzulande gilt er als Wegbereiter der deutschen Einheit. Für seine Reformen in der ehemaligen Sowjetunion und sein Engagement für den Fall des Eisernen Vorhangs wurde ihm 1990 der Friedensnobelpreis verliehen.

Seine Anfänge. Gorbatschow wurde 1931 als Kind armer Kolchosebauern in Südrussland geboren. Sein Führungszeugnis bei der Kommunistischen Partei war tadellos und so bekam er als 21-Jähriger einen Studienplatz in Moskau.

Student in Moskau, Ehe mit Raissa. Dort studierte er Jura und lernte im Wohnheim seine zukünftige Frau Raissa kennen. Er heiratete sie 1953 und blieb ein Leben lang mit ihr zusammen. Sie starb 1999 an Leukämie.

Politische Karriere. Mit 54 Jahren wurde Gorbatschow im Jahr 1985 Generalsekretär der KPdSU. Er begann sofort mit den Reformen der Sowjet-Politik, unter anderem startete er eine Anti-Alkohol-Kampagne. Diese machte ihn bei seinen Landsleuten nicht eben beliebt.

Die geflügelten Worte „Glasnost“ und „Perestroika“. 1986 kündigte Gorbatschow auf dem Parteitag seine weiteren Reformvorhaben an. Dabei strebte er vor allem „Glasnost” (Transparenz) und „Perestroika” (Umbau) an. Er wollte das völlig erstarrte und uneffektive politische System der Sowjetunion reformieren.

Staatsbesuch in der DDR 1989. 1989 besuchte Gorbatschow die DDR zu deren 40. Jahrestag. Er soll Erich Honeckers reformunwillige Politik noch mit dem berühmten Satz „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ kritisiert haben.

Gorbatschow, Bundeskanzler Kohl

Friedliche Revolution 1989-1990. Gorbatschow setzte das Ende des Kalten Krieges in Gang, indem er die Länder des Warschauer Pakts aus der Hegemonie der Sowjets entließ. Die ehemaligen „Satellitenstaaten“ konnten nun selbst ihre Staatsform wählen und waren von der militärischen und ideologischen Macht Russlands befreit. Dieser Befreiungsschlag setzte eine Reihe von friedlichen Revolutionen in Europa in Gang. Kurz nach Gorbatschows Staatsbesuch in der DDR 1989 fiel die Berliner Mauer.

Bis heute umstritten. Für seine Landsleute ist Gorbatschow keine strahlende Heldenfigur: Er gilt in Russland als führungsschwacher Politiker, außerdem sei er Schuld am Zusammenbruch der Sowjetunion gewesen. Dieser Vorwurf schmerze ihn bis heute, sagt er in vielen Interviews. Er habe doch bis zuletzt mit seinen Reformen versucht, den Staat zusammenzuhalten.