Für 800 Millionen Forint, überwiegend EU-Fördermittel, wird die hitorische Gartenanlage rekonstuiert, rekultiviert. Der erste, 2012 gestartete Projektabschnitt wurde gerade abgeschlossen und lädt zum ausgiebigen Spaziergang ein, damit sich jeder überzeugen möge, was aus dem Dschungel und von Überschwemmungen heimgesuchten Gebiet (siehe Ausstellung im Schloss) geworden ist. Mit seinen 300 haist dieser Englische Garten die größte historische Parkanlage in Ungarn. Damit die 1,8 kmlange Seenkette, durch den Stau von drei Bächen anno angelegt, wieder als solche wahrgenommen werden kann, wurden 40 000 m3 Schlamm ausgebaggert, der Kanal zum Hochwasserschutz erneuert, die Holzbrücke, die zum Holländischen Haus führt und weitere vier Brücken rekonstruiert, Rasen angelegt, zig Bäume und Sträucher gepflanzt, mehrere Kilometer Weg neu gebaut und z.B. auch die einzige Sumpfzypresse aus der tödlichen Wildwuchsumarmung befreit.

Im Herbst werden die Projektphasen 2 und 3 gestartet, bis Herbst 2015 soll der Englische Garten von Dég seine ursprüngliche Form erhalten, so wie er 1813–20 im Auftrag von Graf Antal Festetics entworfen wurde. Wer der Landschaftsarchitekt war, ist nicht verbrieft, es wird angenommen, dass es jener Mihály Pollack sein könnte, der auch das Schloss und z.B. das Ungarische Nationalmuseum in Budapest entworfen hat.
Außer der Gartenanlage soll das Schloss bis 2020 restauriert werden (Gesamtkosten 8-9 Milliarden Forint. Zurzeit können dort zwei Ausstellungen besichtigt werden, im Hochparterre jene über die Familiengeschichte der Festetics (ein Schwerpunkt die Festetics’ als Freimaurer) und im ersten Stock über den historischen Englischen Landschaftsgarten.
Wie die Anlage ab 2020 genutzt, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll, steht noch nicht fest. Es reicht nämlich nicht, das Schloss zum Museum zu erklären und am Eingang der eingefriedeten300 haEintrittsgeld zu kassieren; Um einen Spaziergang zu machen? Um das eventuelle Wildgehege zu besuchen? Um am Seeufer zu picknicken? Um im Holländischen Haus über dessen ursprüngliche Funktion zu staunen? Es diente nämlich als ’Sanatorium’ für Lungenkranke, ein Stall mit sechs Kühen, daneben deren Dung, dessen Amoniakdämpfe eine Etage darüber zwecks Therapie eingeatmet wurden; dazu musste die frische Kuhmilche getrunken werden.

Es wird auch über die Bewirtschaftung des Gartens nachgedacht, von Förstern, mit Schafen als Rasenmäher…Ein Stein des Anstoßes ist übrigens das alte Jagdhaus, das vor nur fünf Jahren vom damaligen Besitzer aus der Gemeinde für wenig Geld an Engländer verkauft wurde.
Und diese lassen sich von der Schlossverwaltung nichts sagen.

