Es selbst ist ein Burgenkonglomerat, um ganz genau zu sein, ein Kompex, der die wichtigsten Baudenkmäler des historischen Ungarns vereinigt. Anlass dieses Bauvorhabens, d.h. seines Vorgängers aus einfachen, nicht wertvollen Materialien war das Millennium der ungarischen Landnahme, des Einzugs der Magyaren im Karpatenbecken ( Anno 896), der an dieser Stelle mit einer großen Ausstellung gefeiert wurde. Das eklektische, kitschig-märchenhafte Konglomerat fand eine derart überschwängliche Anerkennung, dass der Architekt Ignác Alpár es nach Abriss aus Stein nochmals bauen musste. Übergabe 1904.

Heute können die staunenden Touristen einen Blitzkurs in ungarischer Geschichte absolvieren, wenn sie sich zu einem Spaziergang durchs romanisch-gotisch-Renaissance-barocke Vajdahunyad anmelden. Der burghistorische Spaziergang wird überwiegend im Sommer gebucht, informierte die PR-Mitarbeiterin Ágnes Bálint. Dann sind hier mehr Touristen unterwegs. Er wird in Deutsch, Englisch und natürlich Ungarisch durchgeführt. Tüpfelchen auf dem i ist die Besichtigung der Museumsbibliothek mit vielen Raritäten.

Anlässlich meines Museumsbesuches tobten zahlreiche Grundschülergruppen durch die großen Säle, die erst manierlich ruhig wurden, als es um den Beginn einer im Museum gezuhaltenden Unterrichtsstunde ging.Was das Programmangebot des Landwirtschaftsmuseums betrifft, richtet es sich, von der Dauer- und den Wechselausstellungen mal abgesehen, nach dem Kalender der Feste und Feiertage. 

So wurde gerade die Werbetrommel für den auf den Samstag, den 19. Februar angesetzten Familientag gerührt, der, wie könnte es anders sein, im Zeichen des Faschings über die Bühne geht. Hier nur einige Schmankerl aus dem Angebot: Handwerk: Basteln von Masken, Indianerkopfschmuck, Winterpuppen, Kronen und Prinzen. Unter der Leitung des Maskenschnitzers Endre Rosta werden holzerne, furchterregende Buschomasken zwecks Vertreibung des Winters geschnitzt. Verkleide dich! Schlüpf in die Bürgerkluft des 19. Jahrhunderts oder Buschopelze. Schreib dich in die Magier- und Hexenschule ein! Der Fasching wird mit dem Verbrennen einer Strohpuppe im Museumshof, um den Winter auch wirklich zu vertreiben, um 16.30 Uhr beendet.

Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit seien einige Programme aus dem Kalender 2011 erwähnt: Welttag des Wassers (22. März), Welttag der Erde (22. April),  Nacht der Museen (18. Juni), Gaudi an Sankt Martin (12. November), Heurigen- und Käsefestival noch ohne genaue Terminangabe, aber im November. 

Unter den gegenwärtigen Wechselausstellungen sei „A Taste of Europe” (bis 31. August) hervorgehoben, die von neun EU-Mitgliedern zeitgleich in den neun Ländern organsiert wurde; jedes der Teilnehmerländer behandelt ein typisches Produkt seiner Landwirtschaft und Lebensmittelkultur, so Portugal die Oliven, Tschechien das Bier und Ungarn das Getreide.

Als Erstes nun au fin den Museumsfasching:Samstag, 19. Februar Familientag im Landwirtschaftsmuseum.