Tja, leider ist alles nur ungarisch beschriftet, weil, so wurde mir gesagt, das Budget jeder nicht gerade Mega-Ausstellung so knapp bemessen ist, dass man sich die teure Übersetzung (heutzutage wenigstens ins Englische, was allerdings bei Dr. Oetker deplaziert wäre) einfach nicht leisten kann. Verständlich ist die Ausstellung trotzdem: Plakate, Verpackungen, Apotheke und Kolonialwarenhandlung sowie eine Kücheneinrichtung aus der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts lassen 125 Jahre Geschichte Revue passieren.
Besucher, in erster Linie die des Ungarischen kundigen, seien hiermit zum Spaziergang in die Vergangenheit eingeladen: zu den Anfängen, anno 1891, als das Famillienunternehmen in Bielefeld gegründet und der Apotheker Dr. August Oetker das Backen durch die Erfindung von Backin, dem Backpulver, und somit Ersatz für Hefe revolutioniert hat, über die Eroberung des europäischen Lebensmittelmarktes u.a. in der k.u.k. Monarchie (1908 Niederlassung in Baden bei Wien, von wo aus Produkte auch nach Ungarn geliefert wurden), die Gründung des Unternehmens in der Conti utca im 8. Budapester Bezirk anno1921, indie Nachkriegsjahre, als das Markenzeichen Oetker nicht (ab 1952) und erst wieder ab 1976 verwendet werden durfte bis in die Gegenwart, bis zum ungarischen Firmensitz im westungarischen Jánossormorja, wo 700 Proukte hergestellt werden; vom anfänglichen Backpulver, Backmischungen, Müsli, Pizzas und dem momentanen absoluten Renner, dem Paula Pudding.
Man staune und wundere sich: wenn auch jedes Kleinkind Dr. Oetker kennt, so ist es nur Insidern bekannt, dass die Dr. August Oetker-Gruppe auch in vielen anderen Branchen mitmischt, in der Bier- und Sektproduktion, bei Banken und Schiffen… aber das wäre Thema eines anderen Beitrages. Gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit können sich Hausfrau und Hausmann in Ungarn von der Dr. Oetker-Ausstellung zum Backen von süßen Versuchungen mit Hilfe halbfertiger Backmischungen, etwa von Lebkuchenfiguren als Christbaumschmuck inspirieren lassen.
Dr. Oetker – Vergangenheit und Gegenwart, 1. Dezember 2015 – 28. Februar 2016, im Museum für Handel und Gastgewerbe (im Ungarischen für Handel und Tourismus) in 1036 Budapest, Korona tér 1.

