Damit die deutsch–ungarischen Wirtschaftsbeziehungen angekurbelt werden, arbeiten die DUIHK mit der Ungarischen Handelskammer eng zusammen. Nach der Depression ist es leicht, Arbeitskräfte zu finden. Das Wirtschaftsumfeld wird allgemein positiv bewertet, so dass sich auch die Unternehmen immer beherzter zu Investitonen entschließen.
Für die deutsche, exportorientierte Wirtschaft ist die Region Osteuropa als Partner wichtiger als etwa China oder Südamerika. Jeder zehnte deutsche Euro wird in dieser Region angelegt. Übrigens: ausländische Unternehmen haben bis Ende 2010 69 Milliarden Euro in Ungarn investiert, 25 Prozent davon waren deutsche Firmen. Das Kapital fließt zwar langsamer nach Ungarn als in die Tschechische Republik, nach Polen, von der Slowakei ganz zu schweigen. Trotzdem sind ein wachsender Anteil an Direktionvestitonen reinvestierte Gewinne der in Ungarn bereits tätigen Investoren, was den Optimismus und das Vertrauen in die ungarische Wirtschaft belegt.
„Dies beweist anschaulich, dass deutsche Firmen nicht aus Gründen kurzfristger Profitmaximierung in Ungarn investieren, sondern sich hier langfristig engagieren”, sagte Tamás Vahl, Präsident der DUIHK. Fakt ist, dass je mehr deutsches Kapital ins Ausland fließt, desto mehr ausländisches – sprich ungarisches – fließt auch zurück, also nach Deutschland.
Aus der Konkunkturumfrage 2011 ist ersichtlich, dass die deutschen Firmen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen wollen. Voraussetzung dafür ist Rentabilität. Das wollen nicht nur die Großen, Audi und Mercedes (der Homepage des ungarischen Wirtschaftsministeriums zufolge sollen in der Automobilindustrie 17 000 Arbeitsplätze geschaffen werden), sondern auch kleinere Firmen.
Ihre Meinung zur eigenen Situation ist weitaus positiver als über die ungarische Volkswirtschaft insgesamt: 33% bezeichneten sie als gut, 16 % als schlecht, während 44% die ungarische Wirtschaft als eher schlecht bezeichneten. Hauptverantwortlich für schlecht sind die politische Stabilität, die noch immer komplizierte staatliche Verwaltung und die Korruption. Es geht nicht darum, für Billiglohn Arbeitskräfte anzuheuern, entscheidend ist deren Qualifizierung, und damit hapert es.
So wurde in anderem Kontext auch darauf hingewiesen, dass mit der Öffnung des EU-Arbeitsmarktes ab 1. Mai kein ungarischer Exodus in Richtung Westeuropa eintreten wird. Nur wer hochqualifiziert ist, hat Chancen; und die Fremdsprachenkenntnisse der Ungarn sind noch lange nicht optimal. Gute Chancen im Westen zu arbeiten, haben Ärzte und Gesndheitspersonal, aber das war auch bisher, nachdem gewisse Formalitäten erledigt waren, so.
Doch zurück zu den Unternehmen. Die niedrige Einkommenssteuer nahm den Unternehmen einen Teil der Lasten ab. Jene, die zur Sondersteuer verdonnert wurden, haben diese Kröte geschluckt. Sie beanstanden die schlechte Kommunikation zum Thema und hoffen, dass nach Ablauf der EU-Präsidentschaft Ungarns die Zeit kommt, wenn die ungarische Seite mehr Zeit für den Dialog haben wird, bzw. die Sondersteuer aufgehoben, das Steuerwirrwarr behoben wird.
Der komplette DUIHK-Konjunkturbericht 2011 mit Umfrageergebnissen, Erläuterungen und Abbildungen kan heruntergelanden werden: www.duihk.hu/konkunktur

