Sandra Krautwaschl

„Eigentlich hätte es ursprünglich nur ein Experiment sein sollen, um zu sehen, ob das überhaupt möglich ist”, erklärt Krautwaschl, die mit ihrem Ehemann und drei Kindern außerhalb von Graz lebt, im pressetext-Interview. Im Buch schildert die engagierte Mutter auch, dass es nicht um eine zwanghafte Umsetzung der Idee gehe. „Das Buch soll ein Plädoyer für Leichtigkeit und Kompromissbereitschaft sein”.

Motivation Müll im Meer

„Beim gemeinsamen Urlaub in Kroatien haben uns die Kinder gefragt, woher in unserer einsamen Bucht der ganze Plastikmüll kommt und wer daran Schuld ist”, erzählt die Autorin, die sich dann selbst die Frage gestellt hat, welchen Anteil sie und ihre Famile daran trägt. Seit Jahren trenne sie umweltbewusst den Müll.

„Recycling. Dieses Schlagwort reichte über Jahre vollkommen aus, um mir und vermutlich dem Großteil der Verbraucher bezüglich des Umgangs mit Müll ein wirklich gutes Gewissen zu bescheren”, schreibt sie in ihrem Buch. Das ganze folge dem Grundsatz ‘aus den Augen, aus dem Sinn’. „Bootes Film hat das Fass dann endgültig zum Überlaufen gebracht.”

Ausstieg aus dem Wahnsinn

„Am Anfang stand der sportliche Ehrgeiz, den Haushalt von sämtlichen Plastikprodukten frei zu bekommen und passende Alternativen dazu zu finden”, schildert Krautwaschl. Das geschah im November 2009. „Freunde haben mitgeholfen, Alternativen zu finden und uns mit verschraubbaren Glasgefäßen ausgeholfen, die sie selbst nicht mehr benötigten.” Damit habe der Umstieg auch eine soziale Komponente bekommen.

Eine weitere Prämisse war auch, dass das neue plastikfrie Leben nicht teurer sein durfte als bisher. Immer deutlicher habe sich dabei herausgestellt, dass es sich vor allem um eine Müllvermeidungsstrategie handelt. „Die Tatsache, dass wir unseren Plastikmüll seit Beginn des Experiments um 95 bis 98 Prozent und den restlichen Müll um rund 50 Prozent reduzieren konnten, reicht mir als persönliche Bestätigung der Sinnhaftigkeit.”

Weder Phobikerin noch Taliban

Als größten Gewinn bezeichnet die Autorin die Erkenntninis, dass man für viele Dinge gar keine Alternative braucht und vieles ersatzlos gestrichen werden kann. In ihrem Blog wurde Krautwaschl dafür von einem Leser als „Plastik-Taliban” getitelt. „Es ist wesentlich, dass ich mich bei diesem Experiment zu nichts zwingen ließ, also auch dabei die Wahlfreiheit hatte.” Insgesamt handle es sich bloß u den Versuch, Nötiges von Unnötigem zu trennen, wobei sich Krautwaschl die Freiheit behalte, den Entschluss jederzeit rückgäng zu machen.