Da muss man, d.h. die Veranstalter sich auch immer etwas Neues einfallen lassen. Dafür nutzen die Pécser ihre natürlichen Gegebenheiten: das Kultur-Viertel, Kultur-Quartier Zsolnay – so etwas gibt es nur in Pécs – und die historische Altstadt; historische Altstädte haben viele, man muss das Einmalige zu nutzen wissen. Einmalig ist in Pécs das Zsolnay-Viertel, der Stadtteil, wo Miklós Zsolnay 1851 seinen ersten Baugrund erwarb, wo mit den Jahren die Porzellanmanufaktur Zsolnay, ein komplettes Industrieviertel aufgebaut wurde.

Vilmos Zsolnay, eigentlich ein Laien-Keramiker, entwickelte sich zum kreativen Geist des Familienunternehmens, wo anfangs Industriekeramik und Steingut hergestellt wurden, mit Erfindung neuer Technologie und Techniken wie Pirogranit und Eosin die dekorative Keramikkunst in den Fokus rückte. Auf das Jahr 2010, als Pécs Kulturhauptstadt Europas war, bereitete sich die Stadt auch mit der Porzellanmanufaktur vor, deren gesamtes Areal von 5 Hektar zum Kultur-Quartier umgewandelt wurde: Schwerpunkte und unbedingt besichtigenswert sind die Häuser, wo die Zsolnays lebten und wirkten, Museen, die kreativen, interaktiven Ateliers, das Kinder- und Familienviertel, so dass der Besucher nebst Familie gut und gerne einen ganzen Tag und mehr hier verbringen kann. (Im Gästehaus, das eigentlich für Künster vorgesehen ist, kann  auch der Laie, wenn er rechtzeitig bucht, übernachten.)

Doch nun zum eigentlichen Thema, dem Festival des Lichts und der damit versprochenen Zeitreise: auf dem ’Marktplatz’ des Kultur-Quartiers, vor dem Besucherzentrum, werden Gladiatoren, Krieger und Kämpfer aus dem Altertum und Mittelalter, Jongleure und Feuertänzer und viele andere Künstler auftreten.

Das Festival wird anders sein als die bisherigen, betonte auch der Pécser Bürgermeister Zsolt Páva; und das bezog und bezieht sich auf das Licht. Mit einbrechender Dunkelheit gelangen die Anwesenden in der Altstadt in eine andere, besondere Welt, die Welt der Phantasie, denn alle wichtigen Gebäude, in erster Linie die Kathedrale werden mit Licht bemalt, angestrahlt; es lohnt sich zwischen Licht-Konstruktionen und -Installationen auf Entdeckungsreise zu gehen.

Für die kunstvolle Anstrahlung wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben und zwölf Produktion ausgewählt. In den Straßen treibt das fahrende Volk, sprich die Straßentheater-Schaspieler und Zirkusartisten ihr Unwesen. Überall Eintritt frei!, bis auf die großen Konzerte mit internationalen Stars, so z.B. der dreifachen Grammy-Preisträgerin Natalie Imbruglia am 2. Juli.

Es lohnt sich, sich das erste Wochenende im Juli in seinen Ungarn-Terminkalender einzutragen: 1., 2., 3. Juli Festival des Lichts und der Lichter in Pécs. Mehr darüber hier, und als Kostprobe im Voraus bitte hier klicken.

PS: Pécs ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert, schon wegen der 1700-jährigen Geschichte: mit den frühchristlichen Grabkammern aus dem 4. Jahrhundert, der Universität aus dem 14. Jahrhundert, den Denkmälern aus der Türkenzeit und dem Zsolnay-Viertel aus dem 19. Jahrhundert mit seinem modernen Gesicht aus dem 21. Jahrhundert (noch ein Tipp dazu: die Keramiksammlung Dr. László Gyugyis im Sikorski-Haus. Über die dort ausgestellten Zsolnay-Zwillingsvasen, die zu Besuch in Budapest weilten, sei auf den Beitrag vom 28.06.2014 ’Die Julia Vasen’ aufmerksam gemacht.)