„Lust auf Gerechtigkeit“, die Gruppe in Krumpendorf hat lange Erfahrung mit Flüchtlingen und wird auch jetzt helfen.

Foto © Kleine Zeitung/Schimanz Seit 7 Uhr werden die Zelte für Flüchtlinge in Krumpendorf aufgebautFoto © Kleine Zeitung/Schimanz

„Wenn die Busse mit den Flüchtlingen aus Traiskirchen ankommen, werden wir mit „Willkommen“-Plakaten am Eingang der Polizeikaserne stehen“, so sei es bereits vereinbart, erzählt Pfarrer Hans Peter Premur. „Lust auf Gerechtigkeit“ heißt jene überparteiliche und überkonfessionelle Gruppe in der Wörthersee-Gemeinde, die sich seit Jahren für Flüchtlinge engagiert, sie integriert.

16 Jahre lang und bis vor Kurzem hat es in Krumpendorf in einem ehemaligen Hotel in Pirk eine Flüchtlingsunterkunft gegeben. „In der Gemeinde sind deshalb sehr viele Leute positiv sensibilisiert, nicht nur wir als Pfarre“, betont Pfarrer Hans Peter Premur. Er ist optimistisch: „Es wird auch jetzt gut funktionieren.“

Als Donnerstag bekannt wurde, dass nun Zelte für 240 Leute aufgestellt werden, wurde gleich eifrig telefoniert. Pfarrangehörige, Gemeindepolitiker, Vereine, die Feuerwehr. Noch gilt es zu klären, wo die Sachspenden hingebracht werden sollen.

Wer wird die Dinge sortieren, verteilen, was wird gebraucht? „Wir wissen nicht, ob wir überhaupt in die Zelte dürfen, wohl eher nicht“, sagt Premur nach einem Telefonat mit dem Innenministerium.

Lebensbegleiter

Schon in der Vergangenheit wurde in Krumpendorf sehr viel für Asylwerber und für jene, die dann den positiven Aufenthaltstitel erhalten haben, getan. „Wir sprechen die Leute aktiv an, versuchen sie einzubinden“, erzählt Premur. „Wir sind Lebensbegleiter.“

Man half bei der Wohnungs- wie Arbeitssuche, beim Deutschlernen. Mit dem Erlös aus Veranstaltungen wurden Anwaltskosten, Kautionen für Wohnungen und Mieten beglichen. In der Pfarre feiern Flüchtlinge den Gottesdienst mit. Premur hat einige getauft. Und war bei einem Trauzeuge.

ANDREA BERGMANN

Mehr zum Thema

FPÖ und SPÖ kritisieren „überfallsartiges Vorgehen”

Zeltlager für 240 Flüchtlinge in Polizeikaserne wird ab Samstag errichtet. Heftige Kritik an Entscheidung.

Zwei Varianten für Verteilerzentrum

Finales Gespräch zwischen LH Kaiser und Mikl-Leitner wegen Standort.

240 Asylwerber werden in Krumpendorf erwartet

Donnerstagabend wurde bekannt dass 240 Asylwerber auf die Grünfläche der Polizeikaserne in Krumpendorf verlegt werden. Eine Zeltstadt mit dazugehöriger Infrastruktur wird am Freitag aus Traiskirchen angeliefert und von Polizeischülern aufgebaut. Die Asylwerber sollen am Samstag in Krumpendorf eintreffen. Die Unterbringung der Flüchtlinge kam auch für Bürgermeisterin Gaggl überraschend.

Zelte für Flüchtlinge werden Samstag aufgestellt

Zeltstadt soll Samstagfrüh aufgebaut und bezogen werden. Landeshauptmann Kaiser kündigt „Aufnahmestopp” an.

Kaiser: „Zelte dürfen keine Dauerlösung sein”

In der Polizeikaserne Krumpendorf (Kärnten) werden rund 200 Flüchtlinge in 30 Zelten untergebracht. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) betont in seiner ersten Reaktion die Notwendigkeit einer europäischen Lösung.

3200 Flüchtlinge sind aktuell in Traiskirchen

Im Erstaufnahmezentrum haben 900 keinen fixen Schlafplatz. Innenministerin Mikl-Leitner spricht von „dramatischen Zuständen.