Intendant Eduard Kutrowatz, die Festreder Dr. Erhard Busek u. Dr. Nike Wagner, Intendant Johannes Kutrowatz © KSB Das Burgenland feiert Franz Liszt, das Wunderkind, den Klaviervirtuosen, Frauenschwarm, Freigeist und Hexenmeister der Konzertsäle Europas anlässlich des 200. Geburtstages des Maestros mit Konzerten, Ausstellungen und Events.

Im Burgenland hat man 2011 die einzigartige Gelegenheit, sich einen Eindruck vom authentischen Lebensumfeld des jungen Franz Liszt zu machen: Das Liszt-Haus Raiding als Geburtsort und das daneben errichtete Konzerthaus Raiding sowie die Taufkirche Liszts sind Originalschauplätze, an denen spannende Konzerte und Ausstellungen stattfinden.

Eduard und Johannes Kutrowatz, die Intendanten des Liszt Festival Raiding, sind selbst hervorragende Lisztinterpreten und bezeichnen Franz Liszt als den „Ur-Vater“ der modernen Klaviertechnik und „Architekten der Zukunftsmusik“. Dank ihrer internationalen Kontakte haben sie ein hochkarätig besetztes Festivalprogramm organisiert.

„Hier, in Raiding, an diesem kleinen Fleckchen Erde von dem aus Liszt die Welt eroberte, ist die emotionale Kraft der Wurzeln spürbar, die Liszts Person prägte. Für viele Musiker bedeutet es viel, direkt neben seinem Geburtshaus selbst in einem erstklassigen Konzertsaal spielen zu können“, betonen die Intendanten.”

„Im Burgenland liegt die Kinderstube des Musikgenies Franz Liszt, von hier aus hat er ganz Europa erobert. Diese Entwicklung vom Wunderkind zum Weltbürger, sein Leben und seinen Lebensstil zeichnen die insgesamt acht Ausstellungen nach. Hier, an seinem Geburtsort, kann man den ‘Superstar’ des Burgenlandes am besten kennenlernen. Im Jubiläumsjahr wird das ganze Burgenland zur kulturellen Bühne”, gab der burgenländische Kulturlandesrat Helmut Bieler einen Ausblick auf Lisztomania 2011.

Lisztomania ist keineswegs eine moderne Wortschöpfung – im Gegenteil: Heinrich Heine prägte den Begriff „Lisztomanie“ im Zusammenhang mit der berühmten, vielumjubelten Konzerttournee von Franz Liszt 1841/42 in Berlin, wie auch in infovilag schon berichtet. Die Werbekampagne für das Jubiläumsjahr 2011 griff dieses Motiv auf und holt Franz Liszt ins 21. Jahrhundert. Gleichzeitig sorgt die „Popstar-Brille“ auf einem Originalfoto aus dem Jahre 1858 von Franz Hanfstaengl für die bildliche Umsetzung des „Superstar-Themas“.

 

Franz Liszt – das Genie aus Raiding. Born to be a Superstar

Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 im burgenländischen Raiding, das damals zu Ungarn gehörte, geboren. Schon vor Franz Liszts Geburt kündigte sich Außergewöhnliches an: Eine „Zigeunerin“ prophezeite seiner Mutter Maria Anna Liszt einen großen Sohn – schließlich erschien zu dieser Zeit der „Große Comet von 1811“ am Himmel.

Er zeigte schon früh außergewöhnliches musikalisches Talent, nach ersten erfolgreichen Konzerten in Ödenburg und Pressburg galt er als Wunderkind. Sein Vater Adam Liszt – Verwaltungsbeamter und selbst Amateurcellist am Hof der Esterházys – ermöglichte ihm früh Musikunterricht bei Carl Czerny und Antonio Salieri in Wien. Die Salons, Bühnen und Adelshäuser in Paris und London eroberte der zwölfjährige Liszt bereits im Sturm. Später bereiste er als Klaviervirtuose ganz Europa.

Er entwickelte sich zu einem wahren Europäer, der in Wien, Budapest, Paris, London, Weimar, Bayreuth und Rom zu Hause war. Er pflegte regen Austausch mit Künstlern wie Richard Wagner, Frédéric Chopin, Hector Berlioz und den Intellektuellen seiner Zeit. In seiner Weimarer Zeit schuf er die „Symphonische Dichtung“, mit der er an die Goldene Zeit Goethes und Schillers anknüpfen wollte. Doch auch die Religion hinterließ tiefe Lebensspuren und führte zur Schöpfung geistlicher Werke. Über 800 Werke hat er als Komponist geschaffen, die noch heute die Menschen begeistern.

Die Hommage an Liszt wird auch mit Ausstellungen u.a. im Geburtshaus in Raiding, im Landesmuseum Burgendland in Eisenstadt sowie internationalen Projekten, z B. dem  Orchesterprojekt „The Sound of Weimar“, bei dem sämtliche Orchesterwerke von Franz Liszt im Lisztzentrum Raiding erklingen, zelebriert.