Dabei wurde im Rahmen des Vorkurses ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dessen Ende mit der Schellenbergerin Mirjam Büchel (1992) eine würdige Jung-Gestalterin ausgezeichnet wurde. Mit ihrem siegreichen Vorschlag «Fahrzeugräder» (Wertstufe CHF 1.40) möchte sie durch ein zeitgenössisches Design ausdrücken, dass das Schreiben von Briefen entgegen der weitverbreiteten Meinung gerade unter Jungen nichts Altmodisches ist. Die Briefmarke zeigt ein Rad, welches sich wiederum aus drei verschiedenen Rädern zusammensetzt, die jeweils einer ganz bestimmten Ära des Posttransportes zuzuordnen sind. So gehört das obere und untere gelbe Radfragment zu einem Kutschenrad, dem folgt das blaue Rad eines Fahrrades und den mittleren Teil bildet ein in verschiedenen Rottönen gestaltetes Autorad. Die drei Räderarten stehen nicht für sich separat, sondern ergeben laut der jungen Künstlerin ein Ganzes, das zeigen soll, dass die Post durch alle Generationen hindurch stets eine Konstante war. Das Sujet der Briefmarke ist in den drei Landesfarben Blau, Rot und Gelb gehalten, die gleichzeitig auch den drei Farben der Liechtensteinischen Post AG entsprechen. Das auf diese Weise gestaltete «Postfahrzeug»-Rad wird zudem von einer künstlerisch angedeuteten Gebirgssilhouette durchbrochen, die die reale, das geographische Erscheinungsbild Liechtensteins prägende Gebirgskette darstellt. Damit wird die Verbundenheit der Post mit dem Fürstentum Liechtenstein symbolisiert und die Künstlerin zeigt auf, wie allgegenwärtig die Post hierzulande ist.

 

Ausgangspunkt für diese Serie „Mathematik“ ist die Wanderausstellung «Geopythafibotonpolyhypotesaeder! Matheliebe» im Liechtensteinischen Landesmuseum. In seiner über Jahre hinweg zusammengestellten Sammlung an zum Teil selbstgebauten oder im Alltag entdeckten Objekten möchte der liechtensteinische Mathematiker Georg Schierscher zum einen die Freude und das Interesse an der Mathematik wecken, andererseits möchte er aufzeigen, wie stark die Mathematik in den Naturwissenschaften verwurzelt ist. Da entpuppt sich z. B. der Fussball als abgestumpftes Ikosaeder und der Autoscheinwerfer als Parabolspiegel. Und in der Blüte einer Sonnenblume lassen sich Spiralen erkennen, deren Anzahl durch die Zahlenfolge des italienischen Rechenmeisters Leonardo da Pisa, auch Fibonacci genannt (ca. 1180 bis ca. 1241), vorgegeben ist: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, … Weshalb dem so ist, hat mit dem Goldenen Winkel zu tun, den man wiederum aus dem Goldenen Schnitt erhält. Der Goldene Winkel ist im Übrigen auch verantwortlich für die Positionen der Blattansätze, wodurch eine ungünstige Überdeckung eines Blattes durch darüberliegende Blätter verhindert und die optimale Lichtausbeute erlangt wird. Was es nun aber ganz genau mit der «Zahlenfolge von Fibonacci» (Wertstufe CHF 1.00), dem «Quotienten von benachbarten Fibonacci-Zahlen» (Wertstufe CHF 2.60) sowie der «Goldenen Schnittzahl» (Wertstufe 4.00) auf sich hat, wird in der sehenswerten Ausstellung erläutert.

Die drei Briefmarken wurden vom Vaduzer Grafiker Hans Peter Gassner gestaltet. Als Quelle für seine Auseinandersetzung mit einem weiteren mathematischen Phänomen in der Natur diente ihm das Buch «Formvollendet» der Autoren Martin Hess und Andreas Uebele. Demzufolge lassen sich Blätter in einem Polarkoordinatenkreis mit Spiralraster «rekonstruieren», d. h. es gibt so etwas wie einen allgemeinen Bauplan, nach dem sich die Blätter richten. Um dies zu veranschaulichen, verwendete Gassner als Vorlagen drei besonders gut «rekonstruierbare» Blätter einheimischer Gewächse: das Blatt einer Weinrebe im Herbst, das Blatt eines Kulturapfelbaumes sowie das Blatt des Japanischen Ahorns.

Freiwillige Aktivitäten zum Bevölkerungsschutz – IV 

2008 wurde erstmals eine Briefmarke der Serie «Freiwillige Aktivitäten zum Bevölkerungsschutz» veröffentlicht. Galt in den ersten Ausgaben das Augenmerk den Leistungen der «Feuerwehr» (2008), der «Samariter» (2009) sowie der «Berg-» und der «Wasserrettung» (2010), so soll 2013 mit zwei weiteren Marken das Verdienst der «Lawinenhundeführer» (Wertstufe CHF 1.00) und des freiwilligen «Zivilschutzes» (Wertstufe CHF 1.40) hervorgehoben werden. Die ersten Übungen für liechtensteinische Lawinenhundeführer wurden 1974 in enger Zusammenarbeit mit dem Liechtensteinischen Alpenverein und dem Amt für Bevölkerungsschutz durchgeführt. Nachdem 1985 erste Statuten entworfen worden waren, genehmigte die Regierung 1990 das offizielle Lawinenhundeführer-Reglement des Fürstentums Liechtenstein. Seit diesem Jahr existiert deshalb auch ganz offiziell die «Lawinenhundegruppe Liechtenstein», die 1998 in «Rettungshundegruppe Fürstentum Liechtenstein » umbenannt wurde, da die Weiterbildung der Lawinenhundeführer um die Ausbildung in Geländesuche ergänzt wurde. Immer wieder werden Mitglieder der Gruppe auch in den regionalen Pikett-Dienst der Hundeführer eingeteilt und es kommt auch zu internationalen Einsätzen.

Die Tätigkeiten der Zivilschutzgruppen, die dem 1972 gegründeten Amt für Zivilschutz und Landesversorgung AZSLV unterstellt sind, sind über die einzelnen Gemeinden des Landes verteilt und erfolgen dort durch zahlreiche Freiwillige. Die Gruppen bezwecken den Schutz der Bevölkerung im Notfall, insbesondere in Katastrophensituationen. Als eigenständige Hilfsorganisation und als Ergänzung zur Feuerwehr und zu den Samaritern übernehmen sie die ihnen zugeteilten Aufgaben. Zu den Hauptaufgaben gehören u. a. der Unterhalt und Werterhalt von Schutzraumbauten, Bereitstellen und Inbetriebnahme der Schutzrauminfrastruktur sowie Betreuung und Versorgung von Personen (Evakuierte, Flüchtlinge etc.) evtl. auch in Schutzräumen. Wie schon bei den vorangegangenen Marken dieser Serie zeichnet die Liechtensteiner Grafikerin Evelyne Bermann für die Gestaltung verantwortlich.

Zollvertrag Schweiz-Liechtenstein 1923-2013 

Das Fürstentum Liechtenstein und die Schweiz sind durch wirtschaftliche, nachbarschaftliche und freundschaftliche Bande eng verbunden. Dem war aber nicht immer so. Über lange Jahre hinweg war der östliche Nachbar Österreich Liechtensteins bedeutendster Partner in einer sich stetig ändernden Welt. Dies zum einen durch die unmittelbare Nähe, ohne die natürliche Grenze des Rheins, zum andern durch die Herkunft des Fürstenhauses, welches bis in die 1930er Jahre seinen Sitz in Wien hatte, was eine starke politische und wirtschaftliche Anlehnung an die Donaumonarchie bedeutete. Diese Anlehnung wurde 1852 durch eine gemeinsame Zollunion besiegelt, die aber mit dem Untergang der Donaumonarchie 1918 zerbrach. So war das kleine Fürstentum gezwungen, sich aussenpolitisch neu zu orientieren und es machte sich auf die Suche nach einem neuen Partner, den es schliesslich westlich des Rheines fand. Am 29. März 1923 kam es zum Abschluss des Zollvertrages mit der Eidgenossenschaft, wodurch Liechtenstein Teil des schweizerischen Zollgebietes wurde. Dadurch war das wirtschaftliche Überleben des damals noch mausarmen Fürstentums gesichert, allerdings wurde seither die Aussenpolitik Liechtensteins in hohem Masse von den Vereinbarungen bestimmt, die in diesem Zollvertrag festgehalten wurden. Doch dies nahm man gerne in Kauf, erwies sich die Schweiz fortan als äusserst verlässlicher Partner.

Die Jubiläums-Doppelmarke «Zollvertrag Schweiz-Liechtenstein 1923-2013» zeigt einen Blick aus einem Helikopter, der sich über der südlichen Landesgrenze befindet. Zentrales und verbindendes Element ist der Rhein, der sich nordwärts durch das Rheintal schlängelt. Links davon, auf der Marke «Schweiz» (Wertstufe CHF 2.00), erkennt man Teile des Ostschweizer Rheintals und den Gonzen, auf der rechten Marke «Liechtenstein » (Wertstufe CHF 2.00) sieht man das Ellhorn sowie im Hintergrund die Liechtensteiner Talregion. Die Flugaufnahme wurde vom Liechtensteiner Fotografen Marco Nescher gemacht, die Gestaltung der beiden Marken lag in den Händen von Stefan Erne.

Die neuen Briefmarken sind ab dem 4. März 2013 in allen Poststellen und bei der Philatelie Liechtenstein erhältlich.

Es erscheinen noch in diesem Jahr die folgenden Briefmarken:

 

03.06.2013

Maler aus Liechtenstein – Hans Kliemand (1922-1976)

Brücken verbinden

Jungtiere der Alpenregion

Alpenblumen

Sondermarken

Sondermarken

Sondermarken

Dauermarken

02.09.2013

Sammlungen in Liechtenstein: Sport- und Tourenwagen

Darstellende Kunst in Liechtenstein

Gemeinschaftsmarke Liechtenstein-Russland

Sondermarken

Sondermarken

Sondermarken

11.11.2013

Fürstliche Schätze: Stadtpalais Liechtenstein Wien

Weihnachten 2013

XXII. Olympische Winterspiele

Chinesisches Tierkreiszeichen – Pferd

Sonderblock

Sondermarken

Sondermarken

Sonderblock

 

 

 

Liechtenstein Live: Der Bereichsleiter der Philatelie, Norbert Hasler spricht im Talk rund um das Thema Briefmarke.