Ganz neu im Angebot ist die Destination Tampere in Finnland. Ansonsten spannt Ryanair ein dichtmaschiges Flugnetz über ganz Europa, von Brüssel bis Thessaloniki, von Gothenburg bis Rom, Eindhoven und Madrid. Es wird an allen Tagen der Woche geflogen, die Passagierzahl soll von zwei Millionen auf 2,4 Millionen im Jahr gesteigert werden.
Ryanair ist die erste Billigfluggesellschaft, die sich ein beachtliches Segment der in die Insolvenz gegangenen ungarischen Malév sichern wollte. So wurde direkt mit der ungarischen Regierung verhandelt (Einzelheiten: top secret), wichtige, nicht geheime Themen: Tourismusförderung, Marketing und Arbeitsplätze (2.000 werden versprochen, wofür schon mit der Anwerbung der bei Malév arbeitslos gewordenen Piloten, Ingenieure, Techniker und Bordpersonal begonnen wurde). Erst anschließend wurde Ryanair auch mit dem Hausherrn Budapest Airport handelseinig, dessen Manager beim (teuren) Eigentümer Hochtief weilten.
Der umtriebige Ryanair-Generaldirektor Michael O’Leary nahm alle aufs Korn, die seiner Fluggesellschaft nicht prompt zu Diensten sind, die als Konkurrenz argwöhnisch geäugt werden müssen, die schon erwähnten ’nasty’, tja, garstigen deutschen Budapest Airport-Eigentümer, deutsche Flugkonkurrenten, Budapest Airport selbst, der zu langsam und schwerfällig verhandelt (wohl auch weil man sich um die am Flughafen ausharrenden Malév-Passagiere kümmern musste) und natürlich Wizz Air, der Erzfeind und Erzkonkurrent.
Mit Zahlen belegte Michael O’Leary, dass seine Ryanair die bessere Beförderung durch die Lüfte Europas sei: ab ovo viel preiswerter, viel mehr Destinationen anfliegend und auch vom Management und der Wirtschaftssicherheit (Ryanair ist börsennotiert, Wizz Air nicht nur nicht, sondern schreibt immer rote Zahlen) haushoch überlegen. Davon muss sich natürlich der Fluggast in spe überzeugen. Hier nur ein Vergleich: im Rennen um Kunden bietet Ryanair eine bestimmte Zahl Tickets für nur einen Euro an. Was tut Wizz Air? Tickets für nur 0,30 Cent, die dann von Ryanair noch unterboten werden.
Entscheidend ist, dass man mit Ryanair ab 9,99 Euro –2.999 Ftvon Budapest Terminal 2 fliegen kann (Flughafengebühr inbegriffen), fürs Gepäck muss natürlich noch einiges berappt werden, was im allgemeinen die Fluggäste für entfernte, sprich Luxusdestinationen betrifft.
Es möge eine ’Ehe’ zwischen Ryanair und Budapest Airport von Dauer sein, denn das kommt Fluggästen, den ungarischen Partnern (Budapest Airport, den in der Vorwoche arbeitslos gewordenen Malév-Piloten, Ingenieuren, Bordpersonal und den rund 500 Zulieferbetrieben) zugute. (Und der ungarischen Volkswirtschaft, dem Staatshaushalt? Denen fehlen die Einnahmen, die auch die defizitäre Malév bedeutete.) Eine ’Ehe’, so drückte sich O’Leary flapsig aus, denn man habe hofiert, sei zurückgeschreckt (2011 vom Budapester Flughafen ganz abgezogen), aber mit guter Spürnase flink wieder gekommen und nun habe man das Hin und Her mit einer guten Ehe beendet.

