Ryanair steigt werbemäßig massiv in den ungarischen Flugmarkt ein, seit die Fluggesellschaft vor zwei Wochen mit der ungarischen Regierung und Budapest Airport handelseinig wurde und nach der Absenz 2011 auf den ungarischen Markt zurückkehrt.
Massiv! Innerhalb eines Monats sind Ryanair der ungarische Markt und die ungarischen Fluggäste in spe 1 Million Euro wert: 500 000 Euro werden für sales promotion, 250 000 für print-Werbung, 200 000 für broadcasting, also Funkwerbung und 50 000 für online-Werbung ausgegeben.
In der kommenden Woche wird die ungarische Website fertig sein. Am Freitag ist es soweit. Die Ryanair-Maschinen starten von ihrer Basis Budapest Airport Terminal 2 (siehe dazu auch unseren Beitrag vom 7. Februar) und das Management ist optimistisch, dass die gesteckten Ziele erreicht werden, u.a. 2,4 Millionen Passagiere im laufenden Jahr. Optimistisch, weil schon in den ersten beiden Buchungswochen 45 000 Flugtickets gebucht wurden. Und die irische Billig-Fluggesellschaft wirbt, wie bekannt, mit Niedrigstpreisen (z.B. Wizz Air sei um 45 % teurer, Lufthansa vier- bis fünfmal teurer), Pünktlichkeit und so gut wie keinem Gepäckverlust.
Was den Ausbau der Ryanair-Basis auf Budapest Airport betrifft, wird überlegt, hier eine Simulatorbasis für die Ausbildung und das Training von Personal einzurichten. Schon wurden 300 bei Malév arbeitslos gewordene Mitarbeiter sowie 100 Piloten interviewt, um festzustellen, wer in die Ryanair-Crew aufgenommen werden soll. Ryanair sei eine Ungarn-loyale Fluggesellschaft, wurde wiederholt vor der versammelten Presse betont, im Unterschied etwa zu WizzAir. Ryanair kämpft nämlich mit unverändert harten Bandagen gegen den größten Konkurrenten auf dem ungarischen Markt und das ist, wie schon aus unserem Bericht vom 7. Februar ersichtlich Wizz Air. Gerade habe man eine Beschwerde bei den Zuständigen für Flugregelung bei der EU-Kommission eingereicht, weil in der EU nur Fluggesellschaften fliegen dürfen, die mehrheitlich in europäischer Hand sind, und WizzAir sei das definitiv nicht, denn dieser Billigflieger sei mehrheitlich Eigentum eines in Malta eingetragenen Trust, der wiederum Eigentum eines anderen in Malta eingetragenen Trust und dieser ebenfalls Eigentum eines in Malta tätigen Trusts sei, an dessen Spitze ein gewisser Mr. Stuart P. Blackburn stehe. Wer das ist, wessen Staates Bürger er ist und welche Eigentümerinteressen er vertritt, wollte (oder konnte) der vor die Presse in Budapest getretene Ryanair-Vertreter Deputy CEO Michael Cawley nicht verraten. (Sollten diese Behauptungen nicht stimmen, dann könnte das WizzAir dementieren, sagte er.) Und genauso schwieg er sich über Vorteile, Discount-Vereinbarungen mit den ungarischen Partnern aus, wies aber darauf hin, dass Ryanair z.B. für die Übernahme bestimmter Malév-Routen, bzw. von ungünstigen Flugzeiten günstige Bedingungen aushandeln konnte.
Tja, wie heißt es so schön, Ende gut, alles gut, also: Anfang gut, alles gut – am Freitag, den 17. Februar, wenn die Ryanair Flieger – höchstwahrscheinlich ’garniert’ von den hübschen Ryanair-Girls! – von ihrer ungarischen Basis Budapest Airport starten.

