Aufständische Taliban greifen immer öfter zu modernen Mitteln, um Terroristen zu rekrutieren und Attacken auf US-Einrichtungen zu provozieren . „Es ist noch zu früh, um von einem Trend zu sprechen. Man kann aber sagen, dass die Taliban, wie der Rest der Welt, auf sozialen Netzwerken präsent sind. Wie effektiv sie tatsächlich sind, können wir noch nicht einschätzen”, beschreibt T.G. Taylor von der US-Army die Situation.
Auch Twitter infiltriert
Aber nicht nur Facebook ist ins Visier der Taliban geraten. Auch Twitter wird von den Radikalen zunehmend für PR-Zwecke eingesetzt . Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid sagt, dass man die Nutzung des Internets sofort verbieten würde, wenn es für „antiislamische” Zwecke genutzt würde. Fürs Erste sei man aber damit zufrieden, es für eigene PR-Zwecke einzusetzen: „Die Führung des islamischen Emirats Afghanistan betrachtet soziale Medien als nützliches Werkzeug, um Botschaften an die afghanische Bevölkerung und Ausländer weiterzugeben.”
Die Taliban sind nicht die einzige radikale Organisation, die das Internet für sich entdeckt hat. Wie der Nachrichtensender Al Jazeera berichtet, sind am Sonntag Anhänger der „Syrian Electronic Army” in das Netzwerk des Medienunternehmens eingedrungen und haben gefälschte Nachrichten an die Nutzer versendet. Es wurde das Gerücht verbreitet, dass der Premierminister von Katar einem Attentat entflohen sei.
Neue Regeln bis Weihnachten
Die Anfälligkeit der westlichen Streitkräfte hat eine Kritikwelle ausgelöst. Viele Militärs verlangen ein absolutes Verbot von Facebook und Twitter. „Ich beobachte viele Soldaten, die Bilder und Informationen veröffentlichen, die für die Taliban interessant sein könnten”, sagt ein Soldat gegenüber dem Sunday Telegraph. Das australische Verteidigungsministerium hat mittlerweile angekündigt, neue Regeln für soziale Medien ausarbeiten zu wollen und sie bis Weihnachten in die Tat umzusetzen.

