Die Kriterien, denen die teilnehmenden Gemeinwesen entsprechen müssen, sind streng: Wie gepflegt, sauber, einheitlich präsentiert es sich; Grünes Programm; Beteiligung der Einwohner und zivilen Organisationen an der Gestaltung des einheitlichen Images; Touristische Bedeutung; Rolle der Kommunalverwaltung, des Gemeinde- und Stadtrates an der strategischen Erhaltung des Gemeinwesens; umweltbewusste Programme und Ergebnisse der Unterrichtseinrichtungen; moderne Müllwirtschaft und Nutzung der erneuerbaren Energien.

2015 konnten drei Millionen Ungarn in die umwelterhaltenden, naturbewussten, das Ambiente jedes Einzelnen schöner gestaltenden Programme eingebunden werden. Es sind im Schnitt zehn Prozent der ungarischen Kommunen, die sich zum Wettbewerb anmelden, und das müssen sie auch in diesem Jahr bis zum 31. Mai tun. Von Juni bis Mitte August werden sie von der Fachjury aufgesucht und bewertet, die Besten und Schönsten und Erfolgreichsten im Herbst gekürt, und die beiden Allerbesten zur Teilnahme am europäischen Wettbewerb delegiert. Das sind in diesem Jahr die Industriestadt Mosonmagyaróvár (33 000 Einwohner) im Dreiländereck Ungarn-Österreich-Slowakei und die Gemeinde Dunakiliti (2000 Einwohner) auf der Kleinen Schüttinsel (siehe dazu unseren Beitrag vom 28.10.2015: Die meisten Blumen in Europa….)

Es geht also um viel mehr als nur Blumen, den ersten Eindruck. Wieso nehmen nicht immer mehr Ländern am europäischen Wettbewerb teil? Gegründet wurde Entente Florale Europene 1975 von Frankreich und Großbritannien, die Zahl der Teilnehmer nahm stetig zu (bis auf elf) und dann auch wieder ab, zurzeit sind es neun, darunter Österreich, Slowenigen, Deutschland und auch Ungarn, aber nicht die Gründer… Die ungarischen Teilnehmer holten sich von den internationalen Wettbewerben u.a. neun Goldmedaillen.

Doch zurück zu den laufenden Vorbereitungen. Da das Ungarische Tourismusamt 2016 zum Jahr der Gastro-Erlebnisse ausgerufen hat, soll auch das ’blumigste’ also natürlich ästhetisch bestgestaltete Restaurant gesucht und ausgezeichnet werden.

PS: Einen Wermutstropfen kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen: Leider unternahm ich am Ostermontag einen Spaziergang durch das Budapester Stadtwäldchen, ja, leider. Die Grüne Lunge von Pest vegetiert verwahrlost vor sich hin, Pfade, Wege, wo man immer nur vor seine Füße sehen muss, will man nicht durch Löcher und über Wurzeln stolpern, ungenutzte, also Geisterimobilien und überall Müll. Trotzdem viele Menschen, die sich u.a. zwischen den Ausschänken mit Glühwein und Tee, Würstelbuden und Souvenir-Shops vor dem Landwirtschaft drängelten; und eine schüchterne Frau, die sich um Unterschriften gegen das Fällen von Bäumen bemühte. Der Baumbestand allein kann das Budapester Stadtwäldchen nicht reanimieren, ob es das verkündete Liget-Stadtwäldchen-Projekt können wird? Die Antwort bleibe ich schuldig.