Komplexe Aufgabenstellung
Am Tag des Experiments werden um acht Uhr morgens von den Veranstaltern fünf Fotos von „Diamantendieben” veröffentlicht. Die falschen Verbrecher sind verteilt auf New York, London, Washington Stockholm und Bratislava. Die Teilnehmer haben insgesamt zwölf Stunden Zeit, alle Verdächtigen zu finden und Beweisfotos auf die Internetseite des Wettbewerbs hochzuladen. Die Belohnung geht ausschließlich an die Person(en), die als erstes erfolgreich alle Diamantendiebe orten kann bzw. können. Wie die Teilnehmer diese knifflige Aufgabe erledigen, bleibt ihnen überlassen. Klar ist, dass nur Erfolg hat, wer in allen Städten eine möglichst große Gruppe an helfenden Spionen mobilisieren kann.
In fünf verschiedenen Großstädten jeweils eine Person zu finden, ist bei weitem nicht trivial. Frühere Wettbewerbe mit ähnlichen Aufgabenstellungen haben gezeigt, dass über soziale Netzwerke Aufgaben erledigt werden können, die jeden Geheimdienst dieser Welt überfordern würden. Im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums wurden 2009 US-weit zehn rote Ballons zur Fahndung ausgeschrieben. Ohne Hinweis auf den Aufenthalt könnte keine Organisation der Welt diese Ballons in akzeptabler Zeit finden. Soziale Netzwerke haben die Lokalisierung in kurzer Zeit ermöglicht. Die jetzige Aufgabe ist allerdings schwieriger, weil sich die Zielobjekte bewegen und nur zwölf Stunden zur Verfügung stehen.
Staatliches Interesse
Für staatliche Institutionen ist der Einsatz sozialer Netzwerke eine verlockende Aussicht. Facebook, Twitter und Co ermöglichen kostengünstiges und effektives Auffinden von Personen. US-Behörden investieren schon seit geraumer Zeit in diverse Projekte, um die Möglichkeiten auszuloten. „Zu beachten ist der Datenschutz. Nach gerichtlichem Auftrag steht einer Fahndung über soziale Netzwerke aber nichts im Weg. Auch zur Verbrechensprävention können die neuen Technologien beitragen, indem etwa Tipps und Informationen an Freunde ausgeschickt werden”, so Greiner.

