Das musikverwöhnte Budapester Publikum muss nicht in die Provinz reisen, um diese Musiker live zu erleben. Auch in der Saison 2014-2015 stehen fünf Abende im Zeichen der Pannonischen, d.h. das erste Konzert fand noch im November 2014 statt, die bevorstehenden sind allemal hörens- und sehenswert: am 6. Februar stehen Werke von Tschaikowsky, Schostakowitsch und Stravinsky auf dem Programm, es dirigert Cristian Mandeal, als Solist des 1. Konzertes für Violoncello von Schostakowitsch spielt Sergei Slovachevsky, der u.a. Schüler von Rostropowitsch war. Der Abend der Pannonischen Philharmoniker in März, am Freitag, den 13., liefert die Erklärung für den wohl ungewöhnlichen Titel. Man kann verallgemeinern, dass Musiker, Künstler aus der Provinz das Budapester Musikleben würzen, aufmischen wollen. Am 13. März geht es allerdings um ein besonderes Würzen. Der Sternekoch Viktor Segal wurde gebeten, sich zur Musik von Wagner, konkret der 50-minütigen Aufbereitung der Meistersinger von Henk de Vlieger Kulinarisches einfallen zu lassen. Das wird die Überraschung sein, denn Meisterkoch Segal konnte und wollte nicht verraten, was das sein soll. Soll in der Pause etwa etwas Besonderes serviert werden? Keine Antwort. Konzertmeister wird Benjamin Ziervogel von den Slowenischen Symphonikern sein.
Außer dem symphonischen Meistersinger-Querschnitt ist Barnabás Kelemen Solist des Konzertes für Geige in g-Moll von Max Bruch. Es dirigiert der Chefdirigent der Pannonischen Tibor Bogányi.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Pécser Musiker mehr bieten wollen, als einen ’einfachen’ Musikgenuss. In der vorausgegangenen Saison hatte der Kurator der Galerie Gábor Kovács die Aufgabe, die Musik mit Farben zu verbinden. Bei bildender Kunst steht fest, das Werk bleibt erhalten, die Musik verflüchtigt sich (kann natürlich auf CD gepresst werden). Und was soll von der Gastro-Suggestion übrig bleiben? Die Erinnerung, dass der Abend ein Erlebnis war, an das sich der Besucher viel konkreter erinnern wird, als wenn er nur im Saal Platz genommen hätte. Die Pannonischen Philharmoniker gastieren weiters am 18. April (u.a. mit Mozart und R. Strauss, Solist des 3. Kalvierkonzertes von László Dubrovay ist Gergely Bogányi, Dirigent Christian Schumann) und am 22. Mai (Solistin der Sechs Lieder op. 68 von Richard Strauss ist die Sopranistin Erika Miklósa) in Budapest.
Omnipräsent sind die Pannonischen Philharmoniker natürlich in Pécs und der Region, so mit jährlich 42 Konzerten im Saal des Zoltán Kodály Zentrums, und sie gehen auch auf internationale Tournee. Ende 2015-Anfang 2016 wollen sie die Reiseroute von 2013-14 von Genf und Luzern bis Berlin wiederholen.
(Über das traditionsreiche Pécser Orchester siehe auch unseren Beitrag vom 18.01.2010: Konzertreihe zum Jubiläum)

