Auf meine Frage, wer ihn dazu inspiriert hatte, sagte Dr. Persányi: niemand. Es ist weltweit einmalig, dass ein Zoo auch nachts geöffnet hat. (Der Rotterdamer Tiergarten lädt einmal im Jahr Behinderte auch nachts ein. Das ist aber eine andere Geschichte.) Also ein ’Tieradresse! Im Vorjahr lösten 2 700 Besucher die kombinierte Eintrittskarte; dem Vorschlag der Budapester waren acht Zoos und Wildparks ungarnweit gefolgt. In diesem Jahr machen schon zwölf Tiergärten und Wildparks mit. In Budapest sind das außer dem Tier- und Botanischen Garten am Stadtwäldchenrand der Wildpark am Stadtrand bei Budakeszi und das Tropicarium (die kombinierte Eintrittskarte gilt für alle drei, und weil man in den fünf Nachtstunden nicht alles erleben kann, sind die Karten auch noch am Samstag, den 31. August gültig).
Nachts in den Zoo kann man sich auch im ostungarischen Debrecen (im Nagyerdei Kulturpark, d.h. im grünen Gürtel der Stadt, dem Großen Wald), im Tiergarten János Xantus im westungarischen Győr, im Tier- und Botanischen Garten von Jászberény (Ostungarn), im kleinsten Wildpark Ungarns in Kecskemét (Start des Fackelumzuges um 19.30 Uhr), im Tier- und Kulturpark Miskolc in Nordungarn, im Pécser Zoo (Südwestungarn), im Ökozentrum bei Poroszló am Tisza See, in den Wildparks von Szeged (Südostungarn) und Veszprém (nördlich vom Balaton) begeben. Also ’überall’ in Ungarn! Das abwechslungsreichste Programm bietet bestimmt der Budapester Tier- und Botanische Garten, wo im Unterschied zum Vorjahr alle Promanaden geöffnet sind, im Varázshegy, dem Zauberberg im Großen Felsen in den 16 Sälen das 3D-Kino läuft, alle 15 Minuten die Zeitmaschine mit leicht verständlichen wissenschaftlichen Präsentationen startet und erstmals auch die Promenade mit einer Kunstgalerie dem Publikum zugänglich gemacht wird.
Zu den Schwerpunkten des nächtlichen Spaziergangs gehören die Aufenthalte bei seltenen und nachtaktiven Tieren. Nähere Bekanntschaft soll auch mit Tieren möglich sein, vor denen sich der ’zivilisierte’ Besucher ekelt; im „Streichelzoo, der einen erschaudern lässt”, d.h. dem Reptilienhaus in Debrecen oder bei Tuchfühlung mit „Tieren, die man nicht mag” im Miskolcer Wildpark. Alles unter sachkundiger Aufsicht und Begleitung. Also wagen und Scheu überwinden, lautet der Vorsatz.
Auch Pécs bietet gleichzeitig drei ’Tieradressen’ an, den eigentlichen Zoo, das Aquarium-Terrarium in der City und das Planetarium (nicht gerade tierisch, dafür aber immer einen Besuch wert) im Kulturquartier Zsolnay.
Und jeder nehme seine Taschenlampe mit, lautet der weise Rat von Dr. Miklós Persányi.
Nicht vergessen und notieren: Freitag, 30. August 2013, wenn der Tag für Mensch und Tier bis Mitternacht dauert. (Über den Budapester Botanischen und Tiergarten siehe auch den Beitrag vom 13. Juli dieses Jahres: Auf in den Zoo!)


