Ein gemütlicher Sessel. Ich sitze, werde gefragt, ob es okay ist und schon wird ein Knopf gedrückt und meine Sitzgelegenheit beginnt zu wackeln und zu schleudern. Wie bei einem Erdbeben. Ein Bildschirm, darauf ein orangefarbenes rundes, in ständiger Bewegung befindliches Gebilde: die Sonne. Oben auf dem Dach, für mich unsichtbar, ein Sonnenfernrohr, das die Sonnentätigkeit mit Stürmen und Ausbrüchen beobachtet und auf den Bildschirm leitet. Naturlich nur bei Schönwetter.
Das waren nur drei von zig Erlebnissen, naturwissenschaftlichen!, die ab 17. August jeder Besucher des interaktiven naturwissenschaftlichen Erlebniszentrums in Mosonmagyaróvár hautnah miterleben kann.
Wie lautet so treffend der Slogan? FUTURA erleben + erforschen + spielen. Um die naturwissenschaftliche Neugier unserer Kinder und Jugendlichen ist es nicht gerade gut bestellt. Deshalb werden solche Erlebniszentren wie FUTURA eingerichtet, damit Chemie und Physik, Biologie und Astronomie spielend erlebt werden können. Das gilt natürlich für Jung und Alt gleichermaßen.
Grenznah zu Österreich und der Slowakei wurde in Mosonmagyaróvár der 300 Jahre alte Getreidespeicher (siehe Photo) zum modernen Tempel der Natur-wissenschaften um- und ausgebaut (der runde Anbau beherbergt u.a. das Amphitheater, einen Hörsaal, wo die ’graue’ Theorie der Wissenschaft für möglichst alle Anwesenden verständlich erklärt werden soll. Das alte Gebäude wurde durch eine praktische und gleichzeitig gefällige Holzkonstruktion in vier Etagen geteilt, wo überall die Natur in Bewegung und zum Mitmachen einladend untergebracht wurde. Der Schwerpunkt des Erlebniszentrums liegt auf der Region West-Transdanubien, d.h. die Natur der Kleinen Schüttinsel wird hier lebendig, und das viergeteilt, nach den Elementen Erde, Feuer, Wasser und Luft. So kann man z.B. das Leben der Fische in den Gewässern der Region mit Hilfe einer Unterwasserkamera beobachten, lernen, wie eine Schiffsschleuse funktioniert, verfolgen wie sich Dünen bilden und wandern und erfahren, was Tensegrity ist. Um den FUTURA-Besuch auch geschmacklich abzurunden, wurde vom Meisterkonditor Zoltán Bulányi die FUTURA-Schnitte (mit den Schichten der vier Elemente) und dem wohl bekanntesten Barmixer Ungarns, András Lajsz, der alkoholfreie FUTURA-Cocktail (ebenfalls vierschichtig – nach Betrachten, bitte, gut umrühren!) kreiert.
Noch läuft der Probebetrieb. Bei der offiziellen Eröffnung wird aber alles viersprachig ausgeschildert und erklärt sein: Ungarisch, Deutsch, Englisch und Slowakisch. Wien ist von Mosonmagyaróvár gerade mal 80 km entfernt, Bratislava nur einen Katzensprung, 35 km. Mit Partnern in beiden Städten, aber auch FUTURA-Botschaftern z.B. in Deutschland wurden die Kontakte schon ausgebaut; genauso eine Vereinbarung mit der ungarischen bzw. ungarisch-österreichischen Bahngesellschaft MÁV und GySEV zwecks günstiger Verkehrsverbindung getroffen.
Wissenschaftler wie der Rektor der Universität der Wissenschaften Attila József in Szeged Dr. Gábor Szabó übernahmen im Schulterschluss mit dem Bürgermeister von Mosonmagyaróvár Dr. István Nagy die Schirmherrschaft für FUTURA.
Da kann eigentlich nichts schief gehen. Alles über FUTURA unter www.futuramoson.hu und info@futuramoson.hu. Eröffnung anläßlich der St. Stephans Tage 17.-20. August 2012. Und wenn man schon in FUTURA ist, sollte man sich auch für die Universitätsstadt Mosonmagyaróvár Zeit nehmen. Die vom Barock geprägte Kleinstadt hat von ihrer römischen Vergangenheit bis zum heilenden Thermalwasser sehr viel zu bieten.

