1709 gaben sie Fürst Rákóczis Kurutzen, die sie gegen die Habsburger verteidigt hatten, auf. Um den Freiheitskampf der Ungarn endgültig zu ersticken, nutzten die Kaiserlichen einen Brand als Vorwand: das Schicksal der Burg Sümeg war für Jahrhunderte besiegelt. Die Burg verwitterte, die Bevölkerung der Umgebung trug sie allmählich als Baumaterial ab.
1989 datiert die Auferstehung der Burg. Die Familie Papp gab ihre sichere Existenz in Budapest auf und stieg in zäher, jahrelanger Arbeit zum Retter der Burgruine auf. Zwölf Jahre lang konservierte und restaurierte, verwaltete sie die Burgruine. 1992 fanden im Burggrund die ersten historischen Vorstellungen statt, seit 1994 die Ritterspiele. Es folgte der Bau der 3-Sterne-Reiterpension, schließlich musste den historisch interessierten Besuchern auch eine Bleibe geboten werden. Der Reihe nach wurden das Hotel, die zur Tscharda renovierte Gasthofruine, Reitschule (heute Arena) und der Wellness-Komplex übergeben; ein besonders harten Brocken war der Bau des in vierjähriger Planung nach dem siebten Bauplan endlich 2005 eröffnete 4-Sterne-Hotel Kapitány. Jeder weitere Aus- und Neubau musste dem Denkmalschutz gerecht werden, schließlich stand der gesamte Burgkompletz unter Denkmalschutz. Seit 2010 steht auch das Konferenzzentrum bereit. In diesem Jahr, am 20. August wird das Wagenmuseum mit 30 musealen Fahrzeugen von Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1905-15 eröffnet. Aus dieser Leistungsschau fehlen Etappen, wie das seit langem einladende Waffenmuseum und natürlich die stetige Weiterrestaurierung der Burg an sich.


Aus eigenen Mitteln konnte die Familie Papp die Restaurierung nicht bewerkstelligen. Um öffentliche Gelder zu erhalten, hätte sie einen Eigenkapitalanteil von 50% der erforderlichen Summe aufbringen müssen. Somit trat sie die Restaurierung der Kommune Sümeg ab, die mit nur 15 % Eigenkapital 600 Millionen Forint öffentliche Mittel flüssig machte: für die weitere Substanzkonservierung, Restaurierung der Mauerkrone, Isolierung der Mauern, Erneuerung der Kapelle, Befestigung des rund um die Burg führenden Weges, Einrichten der historischen Küche und, und, und. Die Familie Papp führt ihr Lebenswerk als Vermögenverwalter der Burg Sümeg weiter.
Vieles davon ist noch nicht fertig. Trotzdem wird die Übergabe am 29. Juli festlich begangen, und jeder Anwesende wird sich überzeugen können, dass alle Vorhaben des 822-Millionen-Forint-Projektes möglichst früher als später in die Tat umgesetzt werden.
Im Burgkomplex herrscht unabhängig von diesen Arbeiten immer Hochbetrieb. Im Juli und August finden von Dienstag bis Sonntag (Ruhetag Montag) täglich historische Reiterbravouren und Ritterspiele in der Arena statt (monatlich mit neuem Programm, weil sich Reiter und Ritter weiterentwickeln und immer neue Kunststücke parat haben!); gefolgt vom mittelalterlichen ’Festgelage’, das der Teinehmer mit Ausnahme der Suppe mit den Händen absolvieren muss, schließlich wird getafelt wie Anno. Man greift zur Gänsekeule, schält sich die Bratkartoffeln mit den Fingern oder auch nicht und schiebt sich auch den festen Maisbrei mit der Hand in den Mund. Rot- und Weißwein fließen in Strömen. Ab September und bis Ende Juni finden die Vorstellungen mit mittelalterlichem Festgelage zweimal wöchentlich statt. Nach der Besichtigung der Burg möge man sich die Zeit bis zur Abendführung mit Reiten und Bogenschießen, im Wellness-Komplex und Erkundung der Umgebung vertreiben.
Dieser Beitrag wäre ohne die freundliche Unterstützung des Ungarischen Tourismusamtes nicht verfasst worden.

