Immer öfter attackieren Regierungen die Meinungsfreiheit unabhängiger Medien und schüchtern Journalisten ein. Das gilt auch für Lateinamerika als zweite große Problemregion. In Argentinien, Ecuador, Guatemala, Mexiko und Panama gerät die Demokratie immer mehr unter die Räder, während in vielen Ländern des südlichen und östlichen Afrikas Folter und willkürliche Verhaftungen zunehmen.
Falsch gelenkte Investitionen
Die Menschen sind unzufrieden mit der sozioökonomischen Leistung der noch jungen oder defekten Demokratien, so die Erklärung der Bertelsmann-Forscher um Aart De Geus. Wo das Vertrauen abhanden kommt, haben populistische Bewegungen leichtes Spiel, während etwa in Lateinamerika politische Eliten Reformen verhindern und die anhaltenden sozialen Ungleichheiten nicht ausreichend bekämpfen.
Dabei ist die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 moderater ausgefallen als befürchtet. Die meisten Ökonomien erholten sich rasch und wurden gesamtwirtschaftlich stabil. Erfolge und Wachstum werden jedoch nicht oder nur unzureichend in soziale Bereiche investiert: 69 der 128 untersuchten Länder entwickeln sich in den Augen der Experten „mangelhaft bis katastrophal”, was die sozioökonomische Entwicklung betrifft. Nur bei gezielter Sozial- und Wirtschaftspolitik werden Sozialstrukturen dauerhaft gerechter, wie die Armutsbekämpfung in Brasilien und Uruguay oder die Bildungspolitik in Singapur, Südkorea und Taiwan zeigen.

