Von der römischen Garnison Contra Aquincum über den im Auftrag König Stephan des Heiligen, des Staatsgründers, begonnenen Bau des Gotteshauses bis zur Altartafel, gestaltet von Pál C. Molnár im 20. Jahrhundert werden die jahrhunderte ungarischer Geschichte lebendig.

2014 wurde mit der Generalrenovierung begonnen. Kostenpunkt 600 Millionen Forint, bereitgestellt von der Stadt Budapest, in deren Besitz sich die Kirche befindet, dem zuständigen Ministerium und der Diözese.

Bis vier Meter tief unter der ganzen Kirche wurde gegraben und geforscht. So entstand eine ganz neue Unterkirche. Tatsächlich neu, die nicht nur für sakrale Zwecke genutzt werden soll, sondern auch dem Geiste des Hauses entsprechende gesellschaftliche Programme. Hier wurde auch die romanische Mauer des Kirchturms freigelegt sowie besonders wertvolle, kaum sichtbare, aber vorhandene Fresken entdeckt. Über 200 Säcke menschlicher Überreste, Knochen, wurden geborgen und bestattet. (Beim Bau der neuen Elisabethbrücke in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde ein römischer Helm aus Gold entdeckt, der heute im Nationalmuseum ausgestellt ist und ein Beweis für die historische Kontinuität am Pester Donauufer ist.)

Unter den Kleinodien der Kirche seien einige erwähnt die bei jeder Besichtigung gründlich ’bewundert’ verdienen: das Reliquiar mit Knochensplittern König Ladislaus des Heiligen im Tabernakel aus der Renaissance, die 24 gotischen Sitznischen im Chor, das Fresko mit der thronenden Madonna hinter (!) dem Hochaltar, in die Vorderwand des Altars wurde das Reliquiar mit Knochensplittern (Ferse, sehr abgenutzt, was beweist, dass er viel unterwegs war und Wirbel) des Heiligen Gerhardus eingefügt.. (Ein Spaziergang auf den gegenüber liegenden Gellért-Berg lohnt sich bestimmt).
Übrigens: im Pfarrhaus lebte mehrere Jahre lang Franz Liszt, bis die Bauarbeiten an der Alten Musikakademie abgeschlossen waren.
Bis zum 27. September, dem Welttourismustag, soll die Innerstädtische Pfarrkirche in alter-neuer Pracht erstrahlen, ab Ende Oktober kann sie von Touristen mit Führung besichtigt werden. Eintritt: 1000 Ft, ca. 3 Euro.

