Deshalb setzen der Produktrat Milch und die vom ungarischen Tourismus geförderte Agrarmarketing-Direktion die im Sommer gestartete Kampagne (vorläufig bis Frühjahr 2016) fort. 

Der ungarischen Molkereiwirtschaft geht es noch immer nicht gut: der Markt wird, seit Aufhebung der EU-Quoten von Billigprodukten u.a. aus den Niederlande, Irland, der Slowakei überschwemmt. Das über die Ausfuhr nach Russland verhängte Emgarbo bedeutet, dass Ungarn auf 240 000 t Molkereiproduktion, sprich Käse, sitzen bleibt. Die Branche leidet noch immer an den Privatisierungsfolgen 1990, als 80% der Betriebe in ausländische Hand wanderten, anstatt dass die ungarischen Firmen (auch aus Kapitalmangel) selbst in die Modernisierung investiert hätten. Und als Tüpfelchen auf dem I sei erwähnt, dass die Ungarn noch immer schlechte Milchtrinker sind, sie konsumieren u.a. nur 33% des Käse- und ein Achtel der Buttermenge, die in den anderen EU-Mitgliedsländern verzehrt wird. Es geht nicht (oder nicht mehr) um Qualität, die ist einwandfrei, nur dass Qualität ihrer Preis hat und der Verbraucher vorrangig preisfixiert einkauft. Tja, auch dann, wenn auf der Packung, dem Flakon steht ’milchähnlich’?  Was das im Detail bedeutet, kann bei der Zusammensetzung des Produktes nachgelesen werden. Ich werde persönlich: möchte es gar nicht wissen. Zu guten, bewussten Milchtrinkern muss das Volk von klein auf erzogen werden: in der Familie, in der Schule, mit Plakaten, Filmen und Verkostungen.