Ferencsik János.Es war ein abenteuerlicher Weg, den die Aufnahme bis zur heutigen technisch ’geheilten, gesäuberten’ CD zurücklegte. Vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk Magyar Rádió mitgeschnitten war die Aufnahme versehentlich gelöscht worden. Das stellte sich heraus, als es in den 90ern die Technik ermöglicht hätte, Geräusche zu filtern. Auch die voneinander unabhängig im Auftrag der Solisten Eszter Kovács (Judit) und Kolos Kováts (Blaubart)  entstandenen Mitschnitte waren unbrauchbar, bzw. abhanden gekommen. Vor ein paar Jahren tauchte die für Eszter Kovács im Konzertsaal mit einem Stereo-Tonbandgerät erstellte Aufnahme auf. Sie erlebt nun ihre Auferstehung: ein Live-Mitschnitt der atmet, der Atmosphäre auströhmt, der dank der Einfühlsamkeit und Genialität János Ferencsiks die dramatische Steigerung dieser einfachen Ballade von Liebe und Einsamkeit, der Suche nach Erfüllung jedem spürbar vermittelt.

János Ferencsik, Dirigent und Korrepetitor, Hauptmusikdirektor der Ungarischen Staatsoper war mit Ausnahme Afrikas auf den Bühnen aller Musiktheater als Dirigent tätig. Er arbeitete an der Seite Toscaninis, in Salzburg und Bayreuth (das Liszt-Gedenkkonzert 1936), an der Mailänder Scala (Premiere des Wunderbaren Mandarin, 1942).

Mit Eszter Kovács, dramatischer Sopran, und Kolos Kováts, Bass, arbeitete er außer anlässlich des Konzertes an der Musikakademie nur einmal als Blaubart-Dirigent zusammen, in der Alten Oper Frankfurt – die Aufführung wurde ’Als Konzert des Jahres’ geehrt. Ferencsiks Bartók-Interpretation gilt als Maßstab für alle großen Dirigenten. Der Musikwissenschaftler Attila Boros brachte es auf den Punkt: Zu Béla Bartóks Werk führt der Weg über Blaubart”, und diesen Weg wies uns allen János Ferencsik.