In drei Panels diskutierten die Teilnehmer die dringlichsten Fragen zu Internet-Sicherheit und Cyber-Security, netzpolitischen Themen und der Entwicklung neuer Top-Level-Domains. Diese Botschaften sind der deutsche Beitrag, wenn es beim Internet Governance Forum auf internationalem Niveau um „Internet Governance for sustainable human, economic an social development” geht:

   1. Das Internet muss mit den Menschrechten vereinbar sein: Neue 
      Technologien und Gesetze sollen auf ihre Kompatibilität mit den
      Menschrechten geprüft werden. Zukünftig werden weit mehr 
      Staaten und Kulturen an der Entwicklung des Internet beteiligt 
      sein, so dass sichergestellt werden müsse, dass der Missbrauch 
      neuer Kommunikationsmöglichkeiten keinen Konsens finde. 
   2. Sicherheit im Internet und die Freiheit des Einzelnen sind 
      keine Gegensätze: Stärkere Regulierung oder Kontrolle führe 
      nicht zu mehr Sicherheit, vielmehr müsse jeder Nutzer seine 
      individuelle Verantwortung stärker wahrnehmen. Die 
      Freiheitsrechte des Einzelnen dürfen mit 
      Sicherheitstechnologien nicht eingeschränkt werden. 
   3. Communities vor Marken bei neuen Top-Level-Domains: Bei der 
      Vergabe der neuen Top-Level-Domains an die Bewerber soll die 
      Gemeinwohlorientierung im Vordergrund stehen. Wenn nicht alle 
      Bewerber in der ersten Runde berücksichtigt werden können, 
      sollten die Community-TLDs vor Marken-TLDs den Vorzug bekommen. 
   4. Mehr Wissen über das Netz: Alle Teile der Bevölkerung sollten 
      das notwendige Wissen bekommen, um das Internet sicher zu 
      nutzen und von den Möglichkeiten zu profitieren. 

Im Panel „Jetzt reden wir! Das Internet der Zukunft aus Sicht von Jugendlichen” sprachen die Teilnehmer des IGF-D mit Jugendlichen außerdem darüber, was junge Menschen im Netz bewegt: Das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit, fehlende Spezial-Angebote für eine Nutzergruppe ohne großes Budget und die Frage nach Fremd- oder Selbstbestimmung im Internet waren hier Thema.

Das 4. Internet Governance Forum Deutschland wurde organisiert von eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V., der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN) und der Internet Society German Chapter (ISOC). Die Multistakeholder-Plattform bietet Raum für Diskussionen zur weiteren Entwicklung des Internet und bringt Regierung, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft sowie die technische und akademische Community in Deutschland zusammen.

eco ist seit über 15 Jahren der Verband der Internetwirtschaft in Deutschland und vertritt deren Interessen gegenüber der Politik und in internationalen Gremien. Mit rund 600 Mitgliedsunternehmen gestalten wir das Internet: Wir entwickeln Märkte, fördern Technologien und formen Rahmenbedingungen. In unserem Kompetenz-Netzwerk befassen wir uns mit Infrastrukturfragen, rechtlich-regulativen Aufgabenstellungen, innovativen Anwendungen und der Nutzung von Inhalten.