1872-1919. Nach dem Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn, der Besiegelung der k.u.k.-Monarchie setzte in Ungarn die Epoche der Entwicklung und Blühte, eub goldenes Zeitalter, ein. Das gegenwärtige Weichbild von Budapest wurde damals geprägt. Dafür mitverantwortlich war die am 11. April 1872 von Kultusminister Tivadar Pauler (1816-1886) gegründete Provisorische Kommission für Denkmale. Im Kaiserreich befasste sich die Central Comission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale schon seit längerer Zeit mit dem Thema, auf die ungarischen Belange konnten sich Politiker und Wissenschaftler allerdings erst nach dem Ausgleich konzentrieren. 1881 konnte die Provisorische Kommission zur Landeskommission erweitert werden und arbeitete unter der Leitung des Kunsthistorikers und Archäologen Imre Henszlmann.

Was im ausklingenden 19. Jahrhundert und den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in puncto Denkmalschutz geleistet wurde, dokumentiert die Ausstellung im Budaer Burgviertel, Táncsics utca 1, die bis zum 22. Oktober  besichtigt werden sollte. Dem Besucher wird die Information erleichtert, weil alle Tafeln dreisprachig untertitelt sind: ungarisch, englisch und französisch. Weshalb in diesen drei Sprachen? Weil die Ausstellung ein kultureller Beitrag zur EU-Präsidentschaft Ungarns war und während dieser am Hauptsitz der Veranstaltung, auf Schloss Gödöllő  gezeigt wurde. Da die Galerie des Denkmalamtes in Budapest geräumiger als die Ausstellungsfläche in Gödöllő ist, konnten die Bildtafeln um Originalexponate in zwei Vitrinen ergänzt werden.