Natürlich übertreibe ich. Das sind wir schließlich nicht alle, wir achten auf möglichst gesunde Ernährung, bewegen uns regelmäßig und gezielt, besinnen uns auf die von Oma praktizierten Behandlungen, brauen Teechen und Sude, legen Wickel an, versuchen die herbstliche Erkältung mit einem heißen Kräuterbad und unter der Daunendecke zu kurieren. Die ganz Gesundheits- und Ernährungsbewussten sind Stammkunden im Bio-Laden und schwören auf die am Bio-Wochenmarkt für viel Geld erstandenen verschrumpelten Möhren und unansehnlichen Äpfel. Verunsichert werden aber auch sie, wenn das Gerücht die Runde macht, dass bio nicht immer bio ist…

Gesund sein und bleiben. Das sind wir auf alle Fälle unserem Nachwuchs schuldig!

Nestlé Hungaria nahm kürzlich besagten Nachwuchs unter die Lupe und präsentierte das beunruhigende Ergebnis:

25 Prozent unserer Kinder sind zu dick, 33 Prozent essen nie Frühstück. Dagegen muss schnellstens was getan werden: in der Familie, in der Schule und seitens der Wirtschaft, ganz allgemein der Umwelt unserer Kinder und Heranwachsenden.

Sollte es so schwer sein, ganz einfache Regeln zu befolgen? Jeder weiß, dass es am gesündesten ist, fünfmal pro Tag zu essen. Jeder weiß, ohne darüber nachzudenken, dass die Eltern, das Zuhause das entscheidende Vorbild des Kleinkindes und Kindes sind. Es ist erwiesen, dass diese frühe Umgebung das Kind bis zum zwölften Lebensjahr prägt, nachher werden das Umfeld, die Freunde und Bekannten, die Gesellschaft immer wichtiger. In Zeiten von Fastfood, gestressten Erwachsenen, sprich Eltern, immer mehr Single-Haushalten und unseren finanziell nicht unbedingt abgesichert Mitmenschen, ist es natürlich schwierig, sich obtimal  zu ernähren, Sport zu treiben, alles zu tun, damit sich unser Kind, möglichst unsere Kinder (etwas mehr als zwei Kinder müsste jede Frau im gebärfähigen Alter auf die Welt bringen, damit die Generationenfolge gesichert ist) zu gesunden, harmonischen Erwachsenen entwickeln können.

Was kann die Familie tun, auch wenn sie jeden Forint dreimal umdreht, bis sie ihn ausgibt? Sie kann und soll gemeinsam mit dem Nachwuchs kochen, das essen zubereiten. Die gemeinsamen Mahlzeiten sind besonders wichtig, weil so das Essen zum Erlebnis wird, der Geschmack abwechslungsreich vermittelt werden kann, über gesunde Lebensmittel geredet wird. Auch die bescheidene Haushaltskasse ermöglicht abgwechslungsreiche Gerichte mit möglichst viel Gemüse und Obst.

Oder sollten die aus der Not geborenen Gerichte, wie Bratkartoffeln mit Knoblauch-Paprikaöl,  der von den geriebenen Karotten organge gepunktelte Kuchen, die aus Maisgries mit dünnem (!) Mohnguss gebackene Torte nur in meinem Küchenrepertoire existieren? Die Zutaten für das gemeinsame Küchenerlebnis holt sich die Familie gemeinsam vom Markt, aus dem Lebensmittelladen, wobei auf gemeinsam die Betonung liegt.

Natürlich sollte ich mit meiner gesunden Ernährung vorsichtig sein, wenn ich immer wieder hören muss, dass ein Mittagessen ohne Fleisch kein richtiges Essen ist, dass statistisch erwiesen – ohne die ominöse Zahl niederzuschreiben – viele, sehr viele Kinder in Ungarn unterernährt sind, falsch ernährt (fördert die ungesunde Gewichtzunahme) werden und ihnen das in der Schulkantine seit Anfang September servierte Essen (weniger Zucker, weniger Kohlenhydrate) nicht schmeckt.

Nestlé Hungaria geht in der Umfrage auf die soziale Situation der Familien, das Gefälle zwischen Stadt und Land, zwischen Ost- und Westungarn nicht ein, ist aber stolz, dass von zehn Familien neun gesunde Nestlé-Produkte in der Speisekammer stehen haben.

Soweit meine ganz persönlichen Gedanken zu unserem zu dicken, statt Möhrchen und Äpfel verzehrenden, am PC und Handy klebenden Nachwuchs. Eine tiefschürfende Analyse sieht anders aus, die hätte ich allerdings auch von Nestlé erwartet.

Na dann, Guten Appetit!