Seit 15 Jahren wird im 3. Budapester Gemeindebezirk, in Óbuda, Altofen, das anno als Pest-Budaer Grinzing galt und wovon auch heute noch Lokalpatrioten träumen, das Óbudaer Sommerfestival organisiert.

Wer ist die Zielgruppe? Bezirksbürgermeister Balázs Bús sagte dazu: Unsere Einwohner. Es gibt recht viele, die sich keine Ferienreisen leisten können und es gibt genauso recht viele, die nicht zum Happening, zum Festival in die City aufbrechen wollen. Also muss ihnen Einiges vor Ort geboten werden. Und natürlich sind auch Gäste willkommen, auch solche, die des Ungarischen nicht mächtig sind, denn, wie ich feststellen konnte, wird u.a. viel Musikalisches geboten, und auch für den Museumsbesuch oder das Mitmachen beim Festumzug am 14. Juni erübrigen sich Sprachkenntnisse: ’Festival der Epochen’ wurde er getauft und startet vom Amphitheater und führt bis auf den Hauptschauplatz des Geschehens, den Hauptplatz Fő tér von Óbuda; festlich gekleidet, den verschiedenen historischen Epochen gerecht, soll die Geschichte Óbudas von archäologischen Funden über Baudenkmäler Revue passieren. Bürgermeister Bús wies auch, maliziös lächelnd, darauf hin, dass Óbuda schon sein Museumsquartier, ja Museumsviertel hat, das für Budapest, wie vor allem den Budapester bekannt, erst im Stadtwäldchen geplant und auch umstritten ist. Museen!

Einmal rund um den Fő tér, wo nicht nur das Vasarelly Museum und  das Lajos Kassák Museum sind, außerdem das Museum für Handel und Gastgewerbe (wurde gerade zum besten Museum des Jahres gekürt), das Museum Kiscell, das Museum mit den Ruinen von Aquincum und das Goldberger Textilmuseum, wo u.a. in der Nacht der Museen (20. Juni) eine Modenschau und Design-Auktion geplant sind. Was die Musik betrifft, gilt das Kulturhaus Ódudai Társaskör als probate Adresse, wo schon seit Jahren zur ’Musik im Garten’ eingeladen wird: in diesem Sommer ab 20. Juni u.a. musiziert das Kammerorchester Franz Liszt am 29. Juni, die Budapester Streichersolisten am 20. Juli, das Kammerorchester Anima Musicae am 3. August und Oper wird dort am 31. Juli und 1. August aufgeführt. Musik steht auch auf dem Fő tér auf dem Programm, so das berühmte Boban and Marko Markovic Orchestar (13. Juni, mit Eintrittspreis) oder die genauso berühmte Benkó Dixieland Band (am 24. Juli, Eintritt frei).

In der Ruinenstadt von Aquincum wird alljährlich auch Theater gespielt. Besonders beliebt sind die Familienprogramme für die Einheimischen wie der ’Baby-Mama-Klub’ oder ’Bring auch deine Omi mit’. Die Nacht der Museen ist in diesem Jahr nicht den Römern, sondern dem 19. Jahrhundert gewidmet; ja, dem 19. Jahrhundert, als die bis heute wichtigsten archäologischen Ausgrabungen erfolgten.

Zu den alljährlichen Höhepunten des Óbudaer Sommers zählt das Volksfest am 27.-28. Juni, das seine Wurzeln in der seit 250 Jahren hier, auf dem Fő tér, abgehaltenen Kirchweih hat.

Alles über den Sommer von und in Óbuda unter www.obudainyar.hu in Ungarisch und Englisch