Ziel ist es, die durchschnittliche Zeit vom ersten Auftreten von Symptomen bis zum Beginn der medizinischen Betreuung zu verkürzen. In den USA liegt diese laut Daily Mail trotz zahlreicher Informationskampagnen bei drei Stunden, mehr als 30 Prozent aller Anfallsopfer versterben, bevor sie ärztliche Hilfe empfangen können. Das rund 10.000 Euro teure Implantat dürfte sich vor allem an Risikopatienten richten.
Prävention als oberstes Gebot
Dem technischen Hilfsmittel steht Stawowy kritisch gegenüber. Er befürchtet, dass ein solches Gerät die Träger in falscher Sicherheit wiegen und somit riskantes Verhalten fördern könnte. „Der Schwerpunkt sollte auf Prävention liegen”, mahnt der Mediziner an. Neben Wissen um die Symptomatik eines Herzanfalls umfasst dies auch Bereiche wie Risikoverhalten im Rahmen der eigenen Lebensführung, etwa im Bezug auf Essen oder den Konsum von Alkohol oder Zigaretten.
Stawowy hält die Öffentlichkeit allgemein für gut informiert. „Insbesondere in der Laienpresse wird mittlerweile vermehrt über das Thema und entsprechende Kampagnen geschrieben”, erklärt er. Defizite sieht er vor allem bei jüngeren Generationen, die sich aus Altersgründen von der Thematik kaum angesprochen fühlen.
Symptome oft unspezifisch
Die Tücke eines drohenden Infarktes liegt oft in der schlechten Zuordbarkeit seiner Vorzeichen. Während Druck, Engegefühl oder Brennen in der Brust schnell einen kausalen Schluss auf das Herz zulassen, sind andere Symptome wie Schwitzen, Übelkeit oder Schwindel sehr unspezifisch. „Ein leichter Infarkt kann mit normalen Bauchschmerzen verwechselt werden und wird oft erst nachträglich diagnostiziert”, erklärt der Fachmann abschließend.

