Betreut wird dieses literarische Projekt vom Literaturzirkel „Újnyugat”, der sich auf die wichtige literarische Zeitschrift Ungarns Anfang des 20. Jahrhunderts (1908-1941) „Nyugat” (Westen und demnach Neuer Westen) beruft, deren Tradition mit der Herausgabe des gleichnamigen Periodikums fortgesetzt wird. (Siehe dazu den Beitrag vom 27.01.2013. Auf zum kulturellen Abenteuer: Region: Nord-Alföld)
Als zweite touristisch-kulturelle Region war kürzlich Nordungarn an der Reihe; mit so wichtigen kulturellen Zentren wie Miskolc und Eger. Der berühmt umstrittene Psychiater Dr. Imre Csernus warb im von ihm gewohnten phlegmatischen Stil für die Region. Er habe dem urbanen Trubel, sprich Budapest den Rücken gekehrt und lebe nun in Frieden und Ruhe in einem Dorf bei Eger. In der Dorfgemeinschaft fühle er sich aufgehoben und sicher. Er brach für die 33 % Roma im Dorf eine Lanze, mit denen es trotz des allgemeinen Vorurteils nie Konflikte gegegen hat, gibt. Und Winzer ist er auch geworden. Es lohne sich also, Nordungarn zu entdecken bzw. immer wieder dorthin zu reisen. Hier kann man Aktivurlaub machen, durch Täler, Wälder und über Berge wandern, eines der zahlreichen Thermalbäder und natürlich auch einen der zahlreichen Weinkeller besuchen; denn Nordungarn ist die Heimat des Erlauer Stierbluts und des Tokajers.
Da es im touristisch-kulturellen Projekt vorrangig um Literatur geht, sei an dieser Stelle der Autor der „Sterne von Eger” Géza Gárdonyi (1863-1922) genannt, dessen 150. Geburtstag Anlass ist, das Schaffen des Meisters, sein Leben zu würdigen. Hier einige der Programme, die auch für des Ungarischen Unkundige interessant sein können. Am 25. Mai wird in der Burg zu Eger ein „Kindertag” im Zeichen der „Sterne von Eger” organisiert, wo die Verteidigung der Burg, die Kämpfe gegen die Türken zu neuem Leben erweckt werden. Anlässlich der Nacht der Museen am 22. Juni ist, ebenfalls in der Burg zu Eger, das Burgmuseum István Dobó für das Programm zuständig: die Nacht der Werke Géza Gárdonyis, Ausstellungen, Fackelumzug mit Kasemattenrundgang, Tanz rundum ein Feuer – Eintritt frei!
Die Sterne von Eger sind die Taufpaten einer neuen Weinkreation, des ’Egri Csillag’ (Stern von Eger), ein Cuvée, ein Weißwein als Pendant des Rotweins ’Egri bikavér’ (Erlauer Stierblut) . Seit 2011 stellen 27 Winzer der Region diesen Weißwein her, der mindestens vier Sorten enthält, von denen 50% Weinsorten des Karpatenbeckens sein müssen. Der Stern kann leicht und fruchtig, aber auch etwas schwerer, vollmundiger und immer harmonisch sein. Die Sterne sollen schon bald auch in Superior und Grand Superior Qualität angeboten werden. Seit dem 15. März ist der Erlauer Stern 2012 im Angebot. Beim 2. Egri Csillag Festival am 27. April 2013 inder Burg zu Eger wird er der Star sein.
An die Weine der Region knüpfen die unter dem Namen „Weinheber” beworbenen Stationen der Weinstraße Eger: Kutschenfahrten geführt von Winzern durch die Weinberge mit anschließender Weinprobe bzw. unter dem Motto: Eger und der Tuffstein mit ausführlichen informationen über den vulkanischen Boden, wo die Erlauer Weine wachsen und die in Tuff gehauenen Weinkeller mit dem besonderen Mikroklima, gleichbleibender Temperatur von 10-13 Grad, hohen Luftfeuchtigkeit und Edelschimmel. Unbedingt empfehlenswert sind auch die Fahrten zu und in die Tuffsteinhöhlen und Weinkeller von Noszvaj, Szomolya und Cserépfalu.
Weinliebhaber und -kenner könnten sich auch das Miskolcer Weinfest, das nach dem Hausberg der Stadt benannte „Weinfest Avas” in den Terminkalender eintragen: 9., 10., 11. Mai.
Um bei Miskolc zu bleiben: das diesjährige Opernfestival „Bartók Plus” findet vom 14. bis 22. Juni statt und ist dem neuen Konzept entsprechend viergegliedert, in Wettbewerb, Aufführung von vom Festival in Auftrag gegebenen bzw. als Koproduktionen entstandenen Opern, Aufführung der Bühnenwerke von Béla Bartók und von ihm inspirierten Werken sowie die Freilichtaufführungen auf verschiedenen Plätzen der Stadt. Bartóks „Herzog Blaubarts Burg”, „Der wunderbare Mandarin” und „Der holzgeschnitzte Prinz” werden von den Opernensembles aus Cluj-Napaoca (Kolozsvár/Klausenburg), Sibiu (Nagyszeben, Hermannstadt) in Rumänien und Eger aufgeführt. Die Gäste aus Moskau interpretieren Alexei Ribnyikows „Juno und Avos”.
Soweit einige wenige Hightlights in den bevorstehenden Wochen und Monaten in der Region Nordungarn.

